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Piriformissyndrom

Historie:

  • Beschreibung durch Robinson 1947


Ätiologie:

  • Auftreten meist nach einem Trauma des Gesäßes oder einer anderweitigen Druckläsion
  • Auftreten bei Verlaufsvarianten des N. ischiadikus (Durchtritt durch Piriformismuskel)
  • Lokale Prozesse: Entzündungen, Verwachsungen, Tumoren o.ä.
  • Hypertrophie des Musculus piriformis:
    • Training
    • Dauerhafte Anspannungs bei Fehlhaltungen, Schmerzen anderer Ursache


Anatomie:

  • Muskelansatz am Trochanter major, Ursprung an der Innenseite des Os sacrum, zieht durch Foramen ischiadicum majus.
  • Der Muskel dreht den Oberschenkel auswärts und hilft bei der Abduktion.
  • Innervation durch den N. piriformis (S1/2)


Klinik:

  • Ausgeprägte Schmerzsymptomatik im Bereich des Gesäßes, in Richtung Hüftgelenk, Os sacrum oder auch die Rückseite des Oberschenkels zierhend
  • Verstärkung des Schmerzes wird durch Belastung, insbesondere Vornüberbeugen, Heben, längerem Laufen, Sitzen auf harter Unterlage
  • Besserung des Schmerzes beim Strecken der Hüfte


Besonderheiten bei der klinischen Untersuchung:

  • Druckschmerz bei Palpation des Muskels. (Bereich des Foramen ischiadicum majus, kaudal des M. glutaeus medius)
  • Druckschmerz des M. piriformis bei vaginaler oder rektaler Untersuchung
  • Schmerzauslösung durch Dehnung des Muskels (Innenrotation und Flexion)
  • Spontane Beinlagerung nach außen (zur Entlastung)
  • Schmerzauslösung bei Lasègue Test, Schmerzlinderung durch Außenrotation des Fußes bei positivem Lasègue
  • Schmerzlinderung durch Zug am betroffenen Bein
  • Schmerzen bei Piriformis Tests:
    • Zeichen nach Freiberg: Innenrotation des gestreckten Hüftgelenks bei gebeugtem Kniegelen, ev. zusätzlich Adduktion
    • Zeichen nach Beatty: Aktive Hüftabduktion des betroffenenen Beines in Seitlagerung bei gebeugtem Bein
    • Zeichen nach Filler: Aktive Adduktion / Kreuzen des betroffenen Beines gegen Widerstand im Liegen
    • Zeichen nach Pace & Nagle: Beinabduktion gegen Widerstand im Sitzen
    • JAGAS Test: Scherenbewegung des betroffenen Beines (Beinadduktion des betroffenen Beines über die Mittellinie)


Diagnostik:

  • MRT Becken z. Ausschluß einer lokalen Druckschädigung.


Therapie:

  • Operative Exploration: Operation nur bei sicherer Diagnosestellung
  • Botulinumtoxinbehandlung! (siehe Literatur)


Verlauf:

  • In der Regel sehr langwierig, verschleppte Diagnosestellung, schwierige Behandlung


Differentialdiagnose:

  • Radikulopathien, lokale Schmerzsyndrome der LWS


Weiterführende Literatur: