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Neuerscheinungen der Jahre 2009/2010
Roter Faden Neurologie
Dodel/Klockgether, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart 2010, 760 S., 136 farb. Abb., 63 s/w Tab. €44.-
Lehrbücher zur Neurologie gibt es zu genüge möge man meinen. Doch dieses Werk hebt sich schon im ersten Kapitel von anderen ähnlichen Werken ab. Leider findet die neurologische Untersuchung nicht mehr in alle Fachbücher Eingang, obwohl diese trotz der heutigen therapeutischen Möglichkeiten zusammen mit der Anamnese wichtigstes diagnostische Instrument ist. Auf über 100 Seiten wird diese sowie Symptome und Syndrome ausführlich und verständlich dargestellt. Die Kapitel zu den Erkrankungen stellen Anamnese, Klinik, Diagnostik umfangreich dar. Besonders hilfreich für junge Kollegen sind die Empfehlung zum praktischen Vorgehen bei entsprechendem Krankheitsverdacht. Auch Differentialdiagnosen und Ausführungen zu Prognose und Verlauf finden sich. Die Therapien sind zielgruppenorientiert wenig detailliert, d.h. ohne Dosierungsangaben. Hervorgehoben werden muß das sehr gute Kapitel zur Neuroorthopädie mit hervorragender Darstellung der Klinik. Abgerundet wird das Werk durch kurze Kapitel zur Rehabilitation, psychiatrische Symptome neurologischer Erkrankungen sowie hilfreichen Skalen & Scores. Beim Lernen hilfreich sind zahlreiche in die Kapitel eingearbeitete Fallbespiele, „Merke-Kästchen" sowie Kurzzusammenfassungen und Kommentare.
Ein exzellentes Werk für Studenten, Berufseinsteiger und neurologisch interessierte Hausärzte.

Neuromuskuläre Erkrankungen, Reihe Klinische Neurologie
Sieb J., Schrank B.
Kohlhammer Verlag 2009, 332 S., 75 Abb., 60 Tab., € 59,90.-
„Neuromuskuläre Erkrankungen" ergänzt die Reihe „Klinische Neurologie"als weiteres hervorragendes Fachbuch. Die Autoren setzen den Fokus auf die klinischen Aspekte der Krankheiten, ohne auf Detailinformationen zu verzichten. Einleitend finden sich Kapitel zu Symptomen, diagnostischen Verfahren und praktischen Hinweisen zum ärztlichen Vorgehen bei Verdacht auf eine muskuläre Erkrankung.Trotz der inzwischen großen Anzahl bekannter Muskelerkrankungen werden diese sehr übersichtlich dargestellt und die Unterschiede der verschiedenen Typen herausgearbeitet. Dem Leser werden einerseits charakteristische Klinik und Befunde einprägsam dargestellt, er kann sich aber andererseits bei näherem Interesse beispielsweise auch genetisches Detailwissen aneignen kann. Sinnvoll ergänzt werden die Ausführungen durch zahlreiche Tabellen und Abbildungen. Wünschenswert wäre ein separates Kapitel zur spezifischen körperlichen Untersuchung. Da die Differentialdiagnostik dieser Erkrankungen klinisch tätige und niedergelassenen Neurologen immer wieder vor Probleme stellt, sei dieses Buch zur Vertiefung des Fachwissens jedem interessierten Kollegen empfohlen.
P. Thilmann
Arzneimittel in der Schwangerschaft und Stillzeit
Friese, Mörike, Neumann, Windorfer
Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft 2009, 7. Auflage, 479 S., 15 Abb., 37 Tab., 2 Übersichtskarten als Beilage. Bis 31.03.2010 € 47,60, danach € 56,00
Die medikamentöse Therapie während der Schwangerschaft und in der Stillzeit stellt die meisten Ärzte vor große Probleme. Da die meisten Fachbücher dieses Thema nur am Rande streifen, ist dieses Werk für jeden Arzt von höchstem Nutzen. Einleitend finden sich Ausführungen zur Embryogenese, die über die Risiken einer möglichen Teratogenität informieren. Unterteilt in Gruppen werden die gängigen Medikamente anhand der derzeitigen wissenschaftlichen Datenlage ausführlich beschrieben und beurteilt. Hierbei weichen die Einschätzungen häufig von den Empfehlungen der Roten Liste ab, so daß sich ein anderes therapeutisches Spektrum ergibt. Die Empfehlungen sind anhand interantionaler Skalen gewertet. So ist es dem Arzt möglich, sich ausführlich über den aktuellen Stand der Wissenschaft zu informieren und seine therapeutische Entscheidung nach Abwägung der Risiken und entsprechender Aufklärung zu treffen.
Zwei beiliegende Übersichtskarten informieren rasch über Medikamente mit nachgewiesener embryo-/fetotoxischer Wirkung und enthalten eine Beurteilung bezüglich des Risikos bestimmter Medikmenten während der Stillzeit.
P. Thilmann
Traumatische Schädigungen des Nervensystems - Reihe Klinische Neurologie
Firsching R., Ferbert A., 216, 56 Abb., 15 Tab. 2008, € 59,90.-
Die Autoren nehmen sich in dem Kompendium dem Thema „Schädigungen des Nervensystems durch Traumen" an. So werden Verletzungen des Kopfes, der Halswirbelsäule und peripherer Nerven abgehandelt. Aufgrund des geringen Seitenumfangs beschränkt sich die Darstellung auf die Grundlagen. So fällt thematisch auf, daß Verletzungen des Mylons im Bereich der BWS oder lumbosakrale Affektionen keinen Eingang in das Werk gefunden haben. Auch die Darstellung der Verletzungen peripherer Nerven ist kurz gefaßt und nicht komplett. Das Hauptaugenmerk des Werks liegt offensichtlich auf den Schädelhirntraumen, deren Klassifikationen, Pathophysiologie, Bildgebung, weitere Diagnostik, Therapie und Prognose behandelt wird. Hervorzuheben ist das ausführliche Bildmaterial in diesen Kapiteln. Die Ausführungen zum Thema „Begutachtung" sind hingegen wiederum knapp, und das Kapitel für Angehörige ist in einem Fachbuch für Ärzte wohl eher überflüssig.
Insgesamt handelt es sich um ein Kompendium, das zwar einen guten Überblick zum Thema gibt, jedoch inhaltlich unvollständig ist und daher nur als Einstiegslektüre empfohlen werden kann.

Kopfschmerzen / mit CD-ROM Reihe Klinische Neurologie
Förderreuther, S.; Straube, A. Kohlhammer,W. Verlag GmbH, 2009, 262 S., 30 Abb., 151 Tab., € 49,90.-
Die exakte Differentialdiagnostik von Kopfschmerzen setzt ein
breites Basiswissen voraus. Dieses Buch handelt nicht nur die
häufigsten „klassischen" Kopfschmerztypen ab, sondern führt auch
ausführlich symptomatische Kopfschmerzen als Folge verschiedenster
Erkrankungen auf. Hierbei wird besonderer Wert auf die klinische
Symptomatik gelegt, die detailliert aufgeführt ist. Hervorgehoben sind
bei allen Erkrankungen die IHS-Kriterien, die eine präzise
Diagnosestellung erleichtern sollen. Des Weiteren finden sich
umfangreiches Bildmaterial sowie - zusätzlich auf CD-ROM -
Informationen zu den bei Kopfschmerzen einsetzbaren Medikamenten und
sehr hilfreiche Informationen für Patienten. Insgesamt handelt es sich
- insbesondere aufgrund der guten Darstellung der symptomatischen
Kopfschmerzen und der zusätzlichen Informationen auf CD-ROM - um ein
informatives Fachbuch, das sowohl Neurologen als auch interessierten
Hausärzten zur Lektüre zu empfehlen ist.
P. Thilmann
Differenzialdiagnose Neurologie
Eine multidimensionale Diagnosesoftware für Klinik und Praxis
Carl D. Reimers, Andreas Bitsch, Kohlammer Verlag 2008, 172 S. mit elektronischer Datenbank auf CD-ROM, € 79,90.-
Welcher
Arzt wünschte sich nicht schon immer einen Computer, den man mit
Symptomen „füttert" und der im Gegenzug die jeweiligen Diagnose
„ausspuckt"!
Den Autoren der vorliegenden Software ist dies - fast-
gelungen: Das Programm bietet dem Nutzer verschiedene
Herangehensweisen, um die Ursache von Symptomen zu ergründen. In eine
Suchmaske werden die Symptome eingegeben, die vom Programm geprüft
werden, das dem Nutzer anhand der Zahl der gefundenen Einträge direkt
anzeigt, ob sich das eingegebene Wort in der Datenbank befindet.
Alternativ kann die Eingabe durch Vorgaben der Software erfolgen: Eine
Krankheit/Kranheitsursache wird vorgegeben, wobei eine zusätzliche
Spezifizierung von Symptomen möglich ist. Diese werden mithilfe einer
Liste ausgewählt, die vorher bereits durch die Vorgabe „klinische,
paraklinische Befunde" und „subjektive Beschwerden" näher eingegrenzt
werden kann. Das Suchergebnis listet sodann mögliche Ursachen. Klickt
man eine Erkrankung an, werden alle möglichen Symptome unter Angabe der
Häufigkeit aufgeführt.
Besonders hervorzuheben sind zudem
zahlreiche Entscheidungsbäume, die sowohl in der Software als auch auch
im beiliegenden Buch dargestellt sind. Des Weiteren finden sich einige
Patientenfragebögen, z.b. zum Symptom „Schwindel", die den Arzt bei der
Diagnosefindung unterstützen können.
Die Umsetzung einer tollen
Idee der Autoren hat ein sehr brauchbares Werk hervorgebracht, das
Hilfestellung bei kniffligen Fragen gibt und es ermöglicht,
insbesondere seltene Erkrankungen in die differentialdiagnostischen
Überlegungen miteinzubeziehen.
P.Thilmann
Kompendium der Psychiatrischen Pharmakotherapie
Benkert/Hippius, Springer-Verlag 2009, 7. Auflage, 714 S., 60Tab., 8 Abb., € 34,95.-
Das Kompendium zur psychiatrischen Pharmakotherapie gehört längst zu den Standardwerken der nervenärztlichen Fachliteratur. Auch die Neuauflage läßt kaum eine Frage zur psychiatrischen Pharmakotherapie offen. So werden alle derzeit verfügbaren Psychopharmaka ausführlich dargestellt und bewertet. Insbesondere wird hier das Augenmerk auf relevante Nebenwirkungen und Interaktionen gerichtet. Ebenso ausführlich sind die medikamentöse Behandlung bei psychiatrischen Erkrankungen sowie Empfehlungen und Wertungen eingearbeitet. Positiv hervozuheben sind die bei den meisten Krankheitsbildern genauen Dosisangaben der empfohlenen Medikamente. Die Kapitel zur Therapie im Alter und bei Schwangerschaft und in der Stillzeit sind ebenfalls nenneswert, da die Medikation in diesen Fällen häufig problematisch ist. Aufgrund seines inhaltlichen Umfangs sowie der Aktualität und Genauigkeit der aufgeführten Informationen wird dieses Werk dem erfahrenen Praktiker als Nachschlagewerk ebenso dienlich sein, wie dem Lernenden, der präzises Wissen zur Psychopharmakotherapie erwerben will.
P. Thilmann
Beschleunigungsverletzung der Halswirbelsäule
Graf, M.; Grill, C.; Wedig, H.-D., Steinkopff Verlag 2008, 472 S., 43. Abb. € 99,95.-
Die Beschleunigungsverletzung der Halswirbelsäule ist aufgrund ihrer Häufigkeit und ihrer oft langwierigen Behandlung eine Erkrankung, die eine interdisziplinäre Diagnostik und Behandlung erfordert. Dementsprechend kommen in diesem Buch Spezialisten unterschiedlicher Fachrichtungen zu Wort, die sich mit dem Thema aus ihrem jeweiligen Blickwinkel auseinandersetzen. Es handelt sich bei diesem Werk weniger um ein Lehrbuch, als vielmehr um eine Darstellung verschiedenster - teilweise auch nur vermuteter - Zusammenhänge. Leider sind einige Abhandlungen diagnostisch und therapeutisch auf das Themengebiet ihres jeweiligen Autors fokussiert und erscheinen daher etwas einseitig. Als Beispiel zu nennen sind u.a. die Kapitel „Schleudertrauma und Kiefergelenk", „Atlastherapie" und „HWS-Distorsion und Multiple Sklerose". Die Inhalte einiger Kapitel sind m.E. sehr kritisch zu beurteilen.
Wünschenswert wäre gewesen, dem Nutzer anhand des derzeitigen allgemein akzeptierten medizinischen Wissensstands Anleitungen bezüglich der Diagnostik und Therapie Betroffener zu geben und Richtlinien bei der Erstellung von Gutachten aufzuführen. Von Interesse dürfte für viele Leser hingegen der rechtliche Teil des Werkes sein, der sich mit der bisherigen und aktuellen Rechtssprechung zu dieser Erkrankung und ihrer gutachterlichen Beurteilung befasst.
P.Thilmann
Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie
Diener, H.C.; Putzki, N. Thieme Verlag, 4. Aufl. 2008, 984 S., 43 Abb. € 109,95 (ab 10.12.2008 €139,95.-)
Die „Leitlininen" der Deutschen Gesellschaft für Neurologie sollen dem Nutzer als Argumentationshilfe gegenüber Versicherungsträgern dienen und Sicherheit in diagnostischen und therapeutischen Entscheidungsprozessen geben. Übersichtlich werden diese mit klinischen Entscheidungsbäumen und Flußdiagrammne dargelegt. Die Wertigkeit der Empfehlungen wird anhand von Studienergebnissen beurteilt und in Evidenzklassen unterteilt.
Im Vergelich zur Vorauflage sind die Leitlininen inhaltlich deutlich gewachsen. Zudem wurden alle Kapitel überarbeitet und auf den aktuellen Stand der Wissenschaft gebracht. Viele Kapitel sind bei der Arbeit von großem Nutzen. Hier sind insbesondere Fragestellungen zur Epilepsie und dem Vorgehen bei Stenosen extrakranieller Gefäße zu nennen. Aber auch das neue sehr gute Kapitel zur neurologischen Rehabilitation ist hervorzuheben. Kritisch ist anzumerken, daß es sich eben um reine evidenzbasierte Empfehlungen handelt. Ältere Präparate, die erfahrungsgemäß gute Wirkungen bei bestimmten Erkrankungen zeigen, finden aufgrund der fehlenden oder spärlichen Datenlage kaum Berücksichtigung in diesem Werk. Somit kann diese Buch zwar als Orientierungshilfe dienen, es macht den Blick in ein klasisches Lehrbuch jedoch nicht entbehrlich.
P.Thilmann
Augenbewegungsstörungen
Thömke F., Thieme Verlag, 2. Aufl. 2008, 358 S., 139 Abb., € 59,95.-
Das Wissen über okulomotorische Störungen ist aufgrund ihrer Komplexität bei vielen Neurologen lückenhaft, obwohl Okulomotorikstörungen bei einer Vielzahl neurologischer Erkrankungen auftreten. Wer sich dieses Buches annimmt, wird feststellen, daß die Ausführungen hierzu in den meisten Lehrbüchern unvollständig sind. Der Autor vermittelt anatomische und klinische Grundlagen, bevor er in verständlicher Art und Weise die peripheren und zentralen Störungen der Okulo- und Pupillomotorik abhandelt. Besonders hervorzuheben sind hierbei die Ausführungen zu den verschiedenen Nystagmusformen. Auch die im Zusammenhang mit Augenbewegungsstörungen stehenden neurologischen Erkrankungen werden en détail erläutert. Die zahlreichen Abbildungen und Tabellen vereinfachen das Verständnis der komplexen Sachverhalte.
Das Werk führt exzellent und sehr ausführlich durch das schwierige Thema der Okulomotorikstörungen und ist jedem, der sich eingehender mit diesem Themengebiet auseinandersetzen möchte, wärmstens zu empfehlen.
P. Thilmann
NeuroIntensiv
Schwab, S.; Schellinger, P.; Unterberg, A.; Müllges, W. Springer-Verlag GmbH, 2008, 780 S., 261 Abb. € 79,95, ab 31.12.2008 € 99,95
Eine Neuerscheinung über das Themengebiet neurologische Intensivmedizin wurde sicher von vielen intensivmedizinisch tätigen Neurologen ersehnt. Das Werk gliedert sich in zwei Teile: Teil 1 befaßt sich mit der Intensivmedizin, der speziellen neurologischen Diagnostik sowie den allgemeinen Therapieprinzipen, die ebenfalls auf das neurologische Themengebiet abgestimmt sind; Teil 2 erörtert spezielle neurologische Krankheitsbilder. Hier werden intensivmedizinisch wichtige neurologische Erkrankungen abgehandelt und Spezifika in der intensivmedizinischen Behandlung dargestellt. Die Abhandlung der Krankheitsbilder beinhaltet Empfehlungen des diagnostischen Vorgehens ebenso wie dezidierte Therapieempfehlungen und Aussagen zur Prognose. Dadurch, daß der Inhalt insbesondere auch des allgemeinen Teiles sehr praxisbezogen und mit vielen in Merkfenstern hervorgehobenen Praxistips versehen ist, wird die Anschaffung eines zweiten allgemeinen intensivmedizinischen Lehrbuchs hinfällig.
P.Thilmann
Bestellen
Neurologie
Mumenthaler M., Mattle H., 12. Aufl., Thieme Verlag 2008, 898 S., 461 Abb., € 89,95.-
Im Vergleich zu der Vorauflage zeigt sich das Werk inhaltlich komplett überarbeitet und erweitert, so daß auch ein neues Format erforderlich wurde. Es richtet sich erneut an Studenten, Assistenzärzte der Neurologie und Ärzte anderer Fachgebiete mit Interesse an der Neurologie. Die langjährige Erfahrung der namhaften Autoren spiegelt sich insbesondere in der klinischen Darstellung der Erkrankungsbilder wider. Neue Erkenntnisse des Fachgebiets sind ebenso eingearbeitet wie aktuelle Therapieempfehlungen, die in umrandeten Kästchen hervorgehoben werden. Das umfanreiche Bildmaterial ist auch in der Neuauflage sehr gut. Zahlreiche Tabellen ergänzen den Text in übersichtlicher Weise. Leider fehlt auch in dieser Auflage das für Studenten so wichtige Kapitel „Propädeutik der Neurologie", das noch in der 10. Auflage Inhalt des Buchs war.
Die Neuauflage ist Studierenden und Berufseinsteigern zu empfehlen, die durch die einprägsame Darstellung der Krankheitsbilder profitieren werden.
P. Thilmann
Bestellen
Nervenkompressionssyndrome
Assmus H., Antoniadis G., Steinkopff Verlag 2008, 180 S. 200 Abb., € 79,95.-
Die Autoren nehmen sich in diesem Werk der besonders in der niedergelassenen Praxis häufig vorkommenden Nervenkompressionssyndromen an. Neben der detaillierten Darstellung der operativen Verfahren werden hier auch ausführlich Anatomie, Klinik, Diagnostik und nichtchirurgische Therapieverfahren beschrieben. Zudem ist auch für die diagnostische Tätigkeit das Wissen über die Möglichkeiten und die Verfahren chirurgischer Therapien zur Aufklärung des Patienten wichtig. Somit habe ich gerade deswegen auch als Neurologe das Werk mit besonderem Interesse gelesen. Inhaltlich werden alle wichtigen Nervenkompressionssyndrome der oberen und unteren Extremität umfassend dargestellt.
Insgesamt kann das Werk neben der Zielgruppe der Neurochirurgen, spezialisierten Chirurgen und Orthopäden auch Neurologen, uneingeschränkt empfohlen werden.
P. Thilmann
Checkliste Neurologie
Grehl, H.; Reinhardt, F., Thieme Verlag, 4. Aufl. 2008, 765 S., 167 Abb., € 39,95.-
„Checkliste Neurologie" klingt eigentlich eher nach einem kurzgefaßten Ratgeber für schnelle Fragen im Klinikalltag. Was der Leser jedoch hier vorfindet ist weit mehr als das. Es handelt sich um ein stichwortartiges Lehrbuch, das für den klinischen Alltag fast keine Frage offen läßt. Die Unterteilung in die Bereiche klinische und apparative Diagnostik und Therapie, Symptome und Differentialdiagnose, Krankheitslehre und Intensivmedizin ist übersichtlich und inhaltlich für den Alltag sinnvoll. Die Abhandlung der Themengebiete ist entsprechend der Zielgruppe sehr umfassend! Hervorgehoben werden müssen die therapeutischen Empfehlungen, die durch die genauen Dosisangaben weiteres Nachschlagen in anderen Werken entbehrlich machen. Die zahlreichen Tabellen helfen einen raschen übersichtlichen Blick zur gesuchten Information zu bekommen.
Aus der Kitteltasche eines klinisch tätigen Neurologen ist dieses Buch nicht wegzudenken.
P.Thilmann
EMG ● NLG
Bischoff Ch., Dengler R. Hopf H.C., Thieme Verlag 2008, 2 akt. Auflage, 150 S., 174 Abb., € 74,95.-
Das Werk aus der Referenz-Reihe Neurologie ist für Einsteiger in das Themengebiet der elektroneurographischen und elektromyographischen Diagnostik konzipiert, soll aber ebenso erfahrene Untersucher ansprechen. Dementsprechend nimmt den Haupteil des Buches die Grundlagen dieser diagnostischen Methoden ein. Hier wird ausführlich auf die verschiedenen Untersuchungsmethoden, deren klinische Anwendbarkeit, Normwerte und Tips zum praktischen Vorgehen eingegangen. Nützlich ist auch die Übersicht zum Auffinden der Muskulatur mit genauen Angaben zur Nadelinsertion. Auch in der Praxis seltener verwandte Verfahren wie das Einzelfaser-EMG und die MUNE finden Eingang in das Werk. Im praktischen Teil werden häufige Krankheitsbilder und deren eletrophysiologische Diagnostik kurz aber verständlich mit Erläuterung des praktischen Vorgehens und von Fallstricken aufgeführt.
Ein gelungenes übersichtliches Werk, das für Anfänger und für den täglichen Gebrauch im EMG-Labor gut geeignet ist.
P.Thilmann
Neurophysiologie in der Praxis
Baum A.-K., Kohlhammer Verlag 2008, 156, 28 Tab. s/w, 62 Abb. € 25,-
Die Autorin stellt in diesem Werk die elektrophysiologischen Verfahren EEG, EP, NLG sowie weitere in elektrophysiologischen Laboren übliche Untersuchungsverfahren wie z.B. Tremoranalyse oder sympathischer Hautreflex dar. Das Buch wendet sich explizit an MTAs für Funktionsdiagnostik. Inhaltlich werden die oben aufgeführten Untersuchungen ausführlich mit Ableiteort, Referenzwerten sowie praktischen Anweisungen dargestellt. Die Abbildungen sind ausreichend detailliert, die Anweisungen praxisbezogen. Auf die doch sehr rudimentäre Darstellung der Elektroenzephalographie hätte die Autorin jedoch lieber verzichten sollen.
Inhaltlich kann das Buch in jedem elektrophysiologisch Labor als schnelles, übersichtliches Nachschlagewerk dienen.
P. Thilmann
Kompendium der neurologischen Pharmakotherapie
Block F. Springer Verlag 2008, 540 S. 38 Tab., € 29,85.-
Der Autor nimmt sich in diesem Werk dem komplexen Thema der neurologischen Pharmakotherapie an. Praxisorientiert gliedert sich der Aufbau nach Krankheitsbildern, die sehr kurz umrissen dargestellt werden. Die Auflistung beschränkt sich aufgrund des Umfangs des Buches auf die häufigsten Erkrankungen. Positiv erwähnt werden muß das Kapitel zur Pharmakotherapie bei Schwangeren, das behandelnde Ärzte immer wieder vor Schwierigkeiten stellen kann. Die Empfehlung zur Pharmakotherapie umfaßt die wichtigsten Medikamente, die übersichtlich und hinsichtlich der klinischen Relevanz dargestellt werden. Wichtig sind hier insbesondere die Angaben zu Medikamenteninteraktionen, die bei den Antiepileptika u.a. übersichtlich in Tabellen aufgeführt werden. Gelegentlich scheint die Wahl der Medikation z.B. von Antidepressiva etwas wahllos herausgegriffen zu sein. Überflüssig ist die teilweise bis fast zu einer Seite füllende Angabe der verschiedenen Hersteller und verfügbarer Dosen eines Wirkstoffes.
Insgesamt ein Werk das insbesondere zu Fragen zu Dosierung und Interaktionen im klinischen Alltag dienlich sein kann. Für vertiefende Informationen muß der Leser jedoch auf andere Werke zurückgreifen.
P.Thilmann
Psychiatrische Begutachtung
Venzlaff, U., Foerster K., 2008, Elsevier, 5. Auflage, 992 S., €229.-
Das
Werk „Psychiatrische Begutachtung" ist schon lange das Referenzwerk
dieses Themengebietes. Die Autoren verstehen es hervorragend dem
Anfänger Richtlinien in der Beurteilung psychiatrischer Sachverhalte an
die Hand zu geben um so ein fach- und sachgerechtes Gutachten zu
erstellen und mögliche Fallstricke zu erkennen und zu vermeiden.
Insbesondere sind hier die zahlreichen Vermerke zu Fehlermöglichkeiten
bei der Erstellung eines Gutachtens nützlich und ungemein wertvoll. Der
erfahrene Gutachter wird beim Nachschlagen so ziemlich jede
Fragestellung umfassend und detailliert beantwortet bekommen. Auch
relevante juristische Aspekte bei der Abfassung von Gutachten werden
erörtert. Zahlreiche Fallbeispiele erleichtern das Verständnis.
Neu
in der aktuellen Auflage werden u.a. die Themen Stalking und
Waffenrecht, neue neurobiologische Erkenntnisse sowie die wichtigen
rechtsmedizinischen Ansätze zur Befundinterpretation bei Alkohol- und
Drogendelikten abgehandelt.
Von großem Nutzen wird für einige
Gutachter die vom Verlag angebotene Möglichkeit des Erlangens von
Zusatzinformationen über das Internet. Hier können z.B. Gesetzestexte
und Urteile kostenlos heruntergeladen werden.
Psychiatrische
Gutachter werden aufgrund der hervorragenden Darstellung forensischer,
strafrechtlicher, sozialrechtlicher und zivilrechtlicher
Begutachtungsfragen auch in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, dieses
Fachbuch kaum entbehren können.
P. Thilmann
Antidementiva
Gleiter, C.H.; Volz, H.-P., Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH 2008, 201 S., 28 Abb., 20 Tab., €44.-
Die Reihe „Medizinisch pharmakologisches Kompendium" befaßt sich in diesem Werk mit der medikamentösen Behandlung von Demenzen. Hierbei werden die derzeit zugelassenen Medikamente aber auch andere zur antidementiven Therapie eingesetzen Präparate wie Gingko, Calciumkanalblocker, Vitamine u.a. besprochen. Die aufgeführten Medikamente werden sehr detailliert dargestellt, deren Wirksamkeit und bekannte Studien kritisch bewertet. Nützlich sind die praktischen Therapieempfehlungen zur Behandlung der verschiedenen Demenzformen und deren Begleitsymptomen. Interessant sind auch die Ausblicke auf zukünftige Therapieansätze.
Aufgrund des spezifischen Inhalts ist dieses Buch Ärzten, die sich intensiv mit Demenzkranken beschäftigen, zu empfehlen.
P. Thilmann
Therapie und Verlauf neurologischer Erkrankungen
Brandt Th., Dichgans J., Diener H. H., Kohlhammer Verlag 2007, 5. vollst. überarb. u. erw. Auflage, 1584 S. , 506 Tab. farb., 80 Abb.., € 224.-
Das Werk „Therapie und Verlauf neurologischer Erkrankungen" gehört längst zu den Klassikern deutschsprachiger neurologischer Fachliteratur. Es liefert nicht nur exakte Therapieempfehlungen wie dem Titel nach zu vermuten wäre, sondern bietet auch detaillierte und aktuelle durch zahlreiche Quellen belegte Informationen zu Klinik, Epidemiologie und Verlauf neurologischer Krankheitsbilder. Zahlreiche Tabellen erleichtern einen schnellen Überblick und einen raschen Zugriff auf die gesuchte Information. Höchste Fachkompetenz wird durch zahlreiche, sich mit den spezifischen Themengebieten befassenden Autoren gewährleistet. Das Buch wird dadurch jedem Neurologen für die tägliche, insbesondere therapeutische Arbeit in Klinik und Praxis von unschätzbarem Wert sein.
P.Thilmann
Begutachtung in der Neurologie
Widder B., Gaidzik P.W., Thieme Verlag 2007, 487 S., 38 Abb., 288 Tab., € 129,95.-
Das vorliegende Buch führt das bisherige Standardwerk zur neurologischen Begutachtung von Rauschelbach und Jochheim mit einem völlig neuen Konzept fort. Nach Einführung in die Grundlagen der Begutachtung werden relevante Gebiete des Sozial-, Zivil- und Verwaltungsrechts vergleichend dargestellt. Es folgen in übersichtlicher Gliederung Hinweise für die Besonderheiten in den verschiedenen Rechts- und Versorgungsbereichen (private Krankenversicherung, Unfallfolgen, Renten- und Berufsunfähigkeit, Schwerbehindertenrecht etc.). Es schließt sich die Beurteilung der Funktionsbeeinträchtigung bei gutachterlich wichtigen neurologischen Syndromen an. Kausalitätsfragen, gutachterliche Bewertungstabellen, ein Glossar mit wichtigen Rechtsbegriffen sowie Hinweise auf Besonderheiten der Begutachtung in Österreich und in der Schweiz vervollständigen das Werk.
Der Verfasser dieser Rezension, seit Jahrzehnten selbst als Gutachter tätig, kann dieses exzellente Werk allen gutachterlich tätigen Kolleginnen und Kollegen uneingeschränkt empfehlen.
J.Thilmann
Neurologie ”to go”
Andreas Bitsch, WVG Stuttgart 2007, 480 S., 38 Abb., 227 Tab., € 38.-
Neurologie “to go” ist ein für den Praxisalltag konzipiertes Werk, das einen raschen Zugriff und eine durch die zahlreichen Tabellen exzellente Übersicht der gesuchten Informationen liefert. Dem Autor gelingt eine knappe und dennoch fundierte Darstellung der neurologischen und paraklinischen Diagnostik, der neurologischen Krankheitsbilder, der Pharmakologie, klinischer Skalen. Zudem finden sich wichtige Kapitel zur Differential- und Hirntoddiagnostik. So ist es durch die hohe Praxisrelevanz gelungen, ein Kitteltaschenbuch zu schaffen, das den Ansprüchen von Berufsanfängern ebenso genügt wie den Interessen von erfahrenen Kollegen. Inhalte wie z.B. die Tabellen zur Neurogenetik hingegen sind meines Ermessens Spezialwissen, das nicht Inhalt eines Buchs für die Kitteltasche sein müßte. Dennoch ist das Konzept des Herausgebers aufgegangen. Man kann hoffen daß das Werk die entsprechende Resonanz unter Neurologen findet.
P.Thilmann
Parkinson Syndrome - Reihe Klinische Neurologie
Schwarz J., Storch A., Kohlhammer Verlag, 1. Auflage 2007, 424 S.,€ 69.-
Das Werk bietet eine umfassende und detaillierte Darstellung des Morbus Parkinson sowie von Parkinson-Syndromen. Dies beinhaltet auch Differentialdiagnosen wie den Morbus Wilson, die Chorea Huntington, spinozerebelläre Ataxien und andere. Die Autoren führen neben aktueller medikamentöser und nichtmedikamentöser Therapien auch Spezifisches wie z.B. die problematische Therapie autonomer und psychiatrischer Symptome auf. Auch juristische Aspekte werden in einem separaten Kapitel erörtert. Ausblicke auf zukünftige Behandlungsmöglichkeiten finden ebenso Eingang wie Skalen und Scores im Anhang des Buches.
Ein aufgrund der Aktualität und des Umfangs der Inhalte sowie der guten Gliederung sehr empfehlenswertes Buch zum Thema Parkinson.
P. Thilmann
Läsionen peripherer Nerven und radikuläre Syndrome
Mumenthaler M., Stöhr M., Müller-Vahl H., Thieme Verlag, 9. Aufl. 2007, 475 S., 449 Abb., 58 Tab., € 149.-
Dieses Buch ist inzwischen bereit seit der ersten Auflage das Standardwerk der peripheren Neurologie. Wie in den Vorauflagen finden sich über detailliertes anatomisches Grudlagenwissen, der klinischen und elektrophysiologischen Diagnostik, den Pathomechanismen und allgemeinen Therapien von Nervenschädigungen bis hin zu den spezifischen Schädigungen peripherer Nerven eine umfassende Darstellung des Themengebietes. Neu eingearbeitet wurden neue Methoden in der Diagnostik, wie die kernspintomographischen und sonographischen Untersuchungen. Auch dieses Buch ist aus keinem Regal eines niedergelassenen Neurologen wegzudenken.
P.Thilmann
Spezielle zerebrovaskuläre Krankheiten - Reihe Klinische Neurologie
Ringelstein E.B., Nabavi, D. G., Kohlhammer Verlag 2007, 228 S., 25 Abb., 45 Tab, € 42.-
Das Buch stellt die passende Ergänzung zum Werk “Der ischämische Schlaganfall” vom selben Autorenteam dar, da in diesem Buch die Differentialdiagnosen bzw. mögliche Ursachen des ischämischen Schlaganfalls eingehend erläutert werden. Außer den klassischen Diagnosen Hirnblutung und SAB werden auch Sinusvenenthrombose, Vaskulitidendas Moy-Moya Syndrom, seltene zerebrale Mikorangiopathien, die vaskuläre Demenz aber auch der juvenile Schlaganfall und die paradoxe Hirnembolie aufgeführt. Schwerpunkt liegt auch hier auf der typischen Klinik, der jeweiligen Diagnostik und der entsprechenden Therapie. Zahlreiche Tabellen und Abbildungen machen die Ausführungen übersichtlich und anschaulich. Wenig sinnvoll erscheint mir auch hier der abschließend aufgeführte Patientenratgeber, der lediglich den Arzt auf etwaige Fragen von Patienten und Angehörigen vorbereiten kann.
P.Thilmann
Der ischämische Schlaganfall - Reihe Klinische Neurologie
Ringelstein E.B., Nabavi, D. G. Kohlhammer Verlag 2007, 342 S., 60 Abb., 63 Tab, € 54,80.-
Praxisorientiert stellen die Autoren Ursachen, Diagnostik und Therapie des ischämischen Schlaganfalls dar. Im klinischen Alltag wichige Fragen zur Wertigkeit von Risikofaktoren, klinischen Befunden aber auch zur Therapie werden detailliert beantwortet. Zudem wird Augenmerk auf häufige und seltene Komplikationen nach einem Schlaganfall gelegt. Herauszuheben ist auch das Kapitel zur Rehabilitation des Schlaganfalls, da dies für nicht in der neurologischen Rehabilitation Tätigen eher ein unbekanntes Feld sein dürfte, und Fachwissen hier insbesondere im Alltag eines niedergelassenen Neurologen gefragt ist. Überflüssig für ein Lehrbuch erscheint mir jedoch der Ratgeberteil für Betroffene und Angehörige.
Insgesamt ein gelungenes Fachbuch, das den Schwerpunkt auf praxisrelevante Fragestellungen legt.
P.Thilmann
Polyneuropathien
Thieme Verlag 2007, 129 S., 62 Abb., 65 Tab., € 69,95.-
Polyneuropathien sind in Klinik und Praxis häufige neurologische Erkrankungen, die den Untersuchenden nach Ausschluß der gängigen Ursachen vor größere differentialdiagnostische Schwierigkeiten stellen können. Hierauf wird von den Autoren auch der Schwerpunkt gelegt. Ergänzend erläutert werden diagnostische Methoden und deren Indikation, die ausführliche Darstellung der verschiedenen Neuropathien sowie entsprechend den insgesamt beschränkten Möglichkeiten die meist symptomatischen Therapien.
Für den niedergelassenen Neurologen, der praktisch täglich mit diesen Erkrankungsbildern konfrontiert wird erleichtert das Buch eine differenzierte Diagnostik und sofern möglich eine entsprechende Therapie.
P.Thilmann
Taschenbuch der Schmerztherapie
Zenz, Strumpf, Willweber-Strumpf, WVG 3. Auflage 2007, 285 S.31. Tab., 31 Abb., € 18.-
Schmerzen gehören zu den häufigsten und auch häufig schwierig zu behandelnden Symptomen in der Neurologie. Das Taschenbuch führt leitlinienorientiert die wichtigsten schmerzassoziierten Krankheitsbilder auf. Hier wird auch auf Diagnostik und - besonders wichtig- auf nichtmedikamentöse Behandlungsverfahren eingegangen. Das neurologische Fachgebiet wird in diesem Werk ausführlich berücksichtigt. So finden sich Kapitel zu Rückenschmerz, Schulter-Arm-Schmerz, zentralem Schmerz, Kopf- und Gesichtsschmerzen, Zosterneuralgie, myofaszialem Schmerz aber auch der diabetischen Polyneuropathie. Die Darstellung zu Medikation und Vorgehen ist sehr übersichtlich und dem Umfang des Werks entsprechend inhaltlich umfassend. Von besonderem Interesse ist das Kapitel zur Pharmakologie, in dem die verschiedensten Medikamente ausführlich zu Dosierung, Wirkung und Wechselwirkung dargestellt werden.
Ein Taschenbuch, das nicht nur Schmerztherapeuten, sondern auch klinisch tätigen Ärzten aller Fachgebieten zum schnellen Nachschlagen für die tägliche Arbeit sehr dienlich sein wird.
P. Thilmann
Integrierte Versorgung in der Neurologie
Meier U., Diener H.C., Thieme Verlag 2007, 130 S., 29 Abb., 38 Tab., € 59.95.-
Es ist davon auszugehen, daß „Integrierte Versorgung" (IV) ein Schlagwort der zukünftigen Patientenversorgung sein wird. Dies liegt zum einen an den steigenden Gesundheitskosten, aufgrund derer die Zusammenarbeit zwischen Kliniken, Ärzten und anderen medizinisch tätigen Berufen zunehmen muß, um weiterhin eine optimale Behandlung garantieren zu können. Zum anderen zwingt die zunehmende Beschneidung des Einkommens niedergelassene Ärzte, sich nach anderen Einnahmequellen umzuschauen und Kooperationen mit den Krankenkassen einzugehen. Das vorliegende Buch stellt Konzepte der IV beim Schlaganfall, der Multiplen Sklerose, dem Morbus Parkinson, bei Demenzen und Kopfschmerzen vor. Hierbei werden die Rahmenbedingungen der IV in Deutschland dargelegt, zudem finden sich Ausführungen zur Organisation, Überlegungen zur Finanzierung und Erlösen, Marketing und Dokumentation.
Die große Schwierigkeit der vorgestellten Konzepte sehe ich in der Orientierung an der Klinikbehandlung. Somit wird dieses Buch niedergelassenen Kollegen, die vorwiegend durch IV- Verträge betroffen sein dürften, nur bedingt bei der Erstellung von IV-Konzepten hilfreich sein.
P.Thilmann
Neurologische und neuropsychiatrische Aspekte der HIV-Infektion
Arendt Gabriele, Reihe Klinische Neurologie, Kohlhammer Verlag 2007, 230 S., € 57.-
Retroviren wie das HI-Virus haben als neurotrope Viren eine besondere Affektion zum zentralen und peripheren Nervensystem. Die Möglichkeit einer antiretroviralen Therapie hat die HIV-Infektion inzwischen zu einer chronischen Erkrankung gemacht. Aufgrund dessen ist die Kenntnis der neurologischen Folgeerkrankungen inzwischen von zunehmender Wichtigkeit. Das vorliegende Werk trägt dieser Bedeutung Rechnung. Es wird der aktuelle Wissenstand zu Genetik und Epidemiologie, Neuropathogenese sowie zur Zusatzdiagnostik dargestellt. Die Aufarbeitung der neurologisch asoziierten Erkrankungen, der opportunistischen Infektionen und psychiatrischen Komorbiditäten sind inhaltlich hervorragend, verständlich geschrieben und durch übersichtliche Tabellen und radiologischen Bildern ergänzt. Abschließend finden sich Kapitel zu derzeitig verfügbaren Therapien und ein Kapitel mit patientenrelevanten Informationen, insbesondere zu Beruf und Rehabilitation. Das Buch ist uneingeschränkt sich mit HIV-Infektion befassenden Internisten, als auch Neurologen in Klinik und Praxis besonders zu empfehlen, da es inhaltlich deutlich über das in Standardwerken aufgeführte Fachwissen hinausgeht.
Patrick Thilmann
Neurologische Leitsymptome und diagnostische Entscheidungen
Buchner, H., Thieme Verlag, 2007, 201 S., 15 Abb., 44 Tab. € 29,95.-
Das Taschenbuch zur neurologischen Differentialdiagnostik ist gedacht als schnelle, orientierendes Nachschlagewerk bei diagnostischen Überlegungen. Es ist in Oberkapitel gegliedert (Schmerz, Gangstörung, Querschnittssyndrome...), die nach Symptomen nocheinmal unterteilt werden. Hierdurch gelingt ein schneller Zugriff auf dei gesuchte Information. Der Inhalt kann dem Umfang des Buches entsprechend sich nur auf das Wesentliche beschränken. Somit finden sich auch nur häufige Differentialdiagnosen, so daß das Buch vorwiegend Berufsanfängern dienlich sein wird. Diesen werden auch die Hinweise bezüglich einer Dringlichkeit einer Diagnostik und erforderlichen Therapie hilfreich sein. Erfahrene Neurologen werden hingegen auf umfangreichere Werke zurückgreifen.
P.Thilmann
Facharztprüfung Neurologie
Limmroth V., Putzki N., Diener H.-C., Thieme Verlag 2007,171 S., 2 Abb., € 59.95.-
Endlich gibt es auch eine deutsche Lernhilfe für angehende Neurologen. Durch den Frage-Antwort Charakter dieses Buches wird dem Leser der Einstieg in die Materie erleichtert, zudem kann er sich an den Fragen orientieren, was in einer Facharztprüfung von Interesse sein könnte. Die großen neurologischen Themen werden ebenso abgehandelt wie diagnostische Verfahren, wichtige Symptome und internistische Probleme. Zudem finden sich zwei kurze Kapitel zur neurologischen Intensivmedizin und Medizingeschichte. Inhaltlich werden auch seltenere Erkrankungen abgefragt, womit auch Detailwissen abgehandelt wird.
Das Buch ersetzt sicherlich kein Lehrbuch, lehrt jedoch durch die Fragestellung sich gedanklich mit der Prüfungssituation auseinanderzusetzten und beim Lernen die richtigen Schwerpunkte zu setzen.
P. Thilmann
Fehlbildungen und frühkindliche Schädigungen des ZNS
Jansen O., Stephani U., Thieme Verlag 2007, 264 S., 160 Abb., € 89.95-
In diesem Buch werden die Fehlbildungen des Zentralnervensystems und frühkindlich erworbene Störungen mit besonderer Berücksichtigung der Neuroradiologie detailliert dargestellt. Die reichhaltige Bebilderung sowie die exakte Erläuterung der klinischen Befunde erleichtern das Verständnis. Zudem finden sich Ausführungen zur Pathophysiologie und ursächlichen Gendefekten. Schwerpunkt dieses Werks liegt auf der diagnostischen Einordnung und richtet sich hierbei nicht nur an Neuropädiater, sondern eben auch an Neurologen und Neuroradiologen. Da das Thema dieses Buchs in den meisten Standard Neurologiebüchern stiefmütterlich behandelt wird, sei Interessierten, die sich eingehender mit diesen seltenen Krankheitsbildern beschäftigen wollen dieses Werk empfohlen.
P.Thilmann
Arzneimittel Therapie pocket 2007-2008
Endres, Börm Bruckmeier Verlag 2007, 6. Auflage, 432 S., € 12,80.-
Wie in den Vorauflagen so bietet Arzneimittel Therapie pocket auch in der 6. Auflage übersichtliche, fachlich exakte Therapieempfehlungen aus allen wichtigen klinischen Fachgebieten, darunter natürlich auch die Neurologie und Psychiatrie. Es besticht durch die Übersichtlichkeit und den schnellen Zugriff auf die gewünschten Informationen. Die Informationen zu den nicht neurologisch/psychiatrischen Themengebieten wird insbesondere für in der Klinik tätige Assistenzärzte wichtig sein. Entsprechende Einzelwerke werde hierdurch sinnvollerweise ersetzt. Bezüglich der neurologischen und psychiatrischen Inhalte kann das Werk dem Umfang entsprechend nur die wichtigsten Krankheitsbilder abdecken. Es führt hierbei z. B. bei der Migräne- oder Schizophrenietherapie auch nicht alle auf dem Markt befindlichen Medikamente auf. Warum die Auswahl auf die aufgeführten Medikamente fiel ist hierbei dem Rezensenten nicht ersichtlich.
Das Buch sei klinisch Arbeitenden aller Fachrichtungen empfohlen. Es erleichtert die Behandlung komorbider Patienten sehr.
P.Thilmann
Arzneimittel pocket plus 2007
Ruß A., Endres S., Börm Bruckmeier Verlag 2007, 3. Auflage, 617 S., € 18,80.-
Arzneimittel pocket plus bietet wie gewohnt zwei Werke in einem Band, nämlich Arzneimittel pocket und Arzneimittel Therapie. Der Inhalt umfaßt inzwischen ca. 1200 Medikamente aus allen Fachgebieten mit einer separaten Liste über Neuzulassungen aus den Jahren 2005/06. Es finden sich exakte Dosierungsangaben sowie Therapieempfehlungen zu zahlreichen Krankheitsbilder. Dargestellt sind Wirkmechanismen, (unerwünschte) Wirkungen, Kontraindikationen, Wirkstoffe, Halbwertszeiten, Handelsnamen und Applikationsformen. Zudem werden rezeptpflichtige Medikamente gesondert markiert. Wie berets in den letzen Auflagen werden nunmehr auch exakte Dosierungsangaben bei Niereninsuffizienz (DANI) eingearbeitet. Herauszuheben ist wie bei allen Pockets der Pharmareihe die Aktualität und der exakte, umfangreiche Inhalt!
Für die tägliche klinische Arbeit ein unersätzliches Buch.
P.Thilmann
Funktionelle MRT in der Psychiatrie und Neurologie
Schneider/Fink, Springer-Verlag 2007, 689 S., 664 Abb., 24 Tab., € 129,95.-
Die funktionelle MRT Untersuchung ist sicherlich wissenschaftlich aktuell das sich am schnellsten entwickelnde diagnostische Instrument. Der Wissenszuwachs auf diesem Gebiet ist innerhalb der letzen Jahre enorm. Hierdurch lassen sich höhere Hirnleistungen inzwischen ebenso besser verstehen wie neurologische und psychische Erkrankungen. Das vorliegende Werk stellt den aktuellen Wissenstand auf diesem Forschungsgebiet dar und bietet Einsteigern als auch bereits Erfahrenen einen verständlichen aber auch fundierten Einblick. Abschließend geben die Autoren Ausblicke auf zukünftige Entwicklungen. Im Anhang findet sich ein Hirnatlas zum fMRT.
P.Thilmann
Multiple Sklerose im Kindes- und Jugendalter
Zettl U.K., Köhler, W., Buchmann J., Thieme Verlag 2007, 112 S., 15 Abb., 39 Tab., € 29,95.-
Die Multiple Sklerose im Kindes- und Jugendalter stellt eine große Herausforderung an den behandelnden Arzt. Schwierigkeiten kann es bereits bei der Diagnosestellung geben. Nach neuesten Erkenntnissen ist die Erkrankung jedoch häufiger als vermutet. Die Autoren beschränken sich in ihrer Darstellung nicht auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede der MS im Erwachsenenalter, sondern geben einen umfassenden Überblick über diese Erkrankung. Die Ätiologie, pathophysiologische Vorgänge, die typische Klinik werden ebenso detailliert erläutert wie Diagnostik, die diffizile Therapie und die Rehabilitation. Studienergebnisse, insbesondere zur Therapie mit Immunmodulatoren werden ausführlich erläutert. Ein separates Kapitel befaßt sich mit Leistungspflichten der Krankenkasse sowie die Problematik der Aufklärung und Einwilligungsfähigkeit. “Erwachsenen”-Neurologen kann dieses Werk bei den spezifischen Fragen der kindlichen MS gute Dienste leisten
P. Thilmann
Parkinson
(Fortschritte der Psychotherapie)
Leplow, Bernd, Hogrefe Verlag 2007, 120 S., € 19,95
Psychische Symptome sind häufige Begleiterscheinungen eines Morbus Parkinson. Diese äußern sich teilweise in Form depressiver Verstimmunge, aber auch sozialer Unischerheit und Ängsten. Hieraus resultiert häufig einer massive Beeinträchtigung der Lebensqualität Parkinson Erkrankter. Das Werk liefert eine interessante historische Einführung, beinhaltet eine auch medizinisch hervorragende Darstellung der Ursachen der Erkrankung und der verschiedenen körperlichen und psychischen Symptome des Morbus Parkinson. Im Hauptteil werden die psychotherapeutischen Schwerpunkte der Erkrankung herausgearbeitet, testdiagnoscitsche Möglichkeiten dargelegt und Ziele der Behandlung definiert. So sensibilisiert der Autor nicht psychotherapeutisch tätige Nervenärzte auf nicht körperliche Symptome zu achten und gibt diesen Empfehlunge für die tägliche Arbeit und bietet gleichzeitig Psychotherapeuten eine hervorragende Anleitung für das verhaltenstherapeutische Vorgehen.
Insgesamt auch durch den hervorragenden ausführlichen einleitenden Teil ein empfehlendswertes Werk, daß für Psychotherapeuten im besonderern aber auch für Neurologen von großem Wert sein dürfte!
P. Thilmann
Ärzte ohne Grenzen
Neurologienetz spendet 10% des Buchpreises der über einen Neurologienetz-Link bestellten Bücher an die Organisation "Ärzte ohne Grenzen e.V.". (siehe Spendenbescheinigungen ).
Die Bestellung erfolgt über die Frohberg-Buchhandlung für Medizin.
