News aus dem Fachbereich Neurologie

Neuigkeiten zur Multiplen Sklerose und Gesichtsschmerzen

Neue Erkenntnisse in der Forschung zur Multiplen Sklerose

In Deutschland sind nach Angaben der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) zwischen 120.000 und 140.000 Menschen am Multipler Sklerose erkrankt. Experten schätzen jedoch, dass die Zahl in Wirklichkeit viel höher liegt. Der prominenteste Fall in Deutschland dürfte wohl die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, sein.


Multiple Sklerose - heutiger Stand

Die Multiple Sklerose ist eine chronisch entzündliche Erkrankung des Zentralnervensystems. Die genauen Ursachen der Krankheit sind bislang weitesgehend ungeklärt. Derzeit gibt es lediglich Medikamente auf dem Markt, die die Symptome der Krankheit abschwächen. Verschiedene Therapieansätze können eine positive Wirkung auf den Verlauf der Krankheit haben. Eine vollständige Heilung der Krankheit ist mit dem heute zur Verfügung stehenden medizinischen Wissen leider nicht möglich. Bei den Basistherapien werden den Patienten Injektionen unter die Haut oder in die Muskulatur verabreicht, was viele Erkrankte als eine hohe physische wie psychische Belastung empfinden. Dabei greifen Mediziner auf den Wirkstoff Glatirameracetat zurück oder setzen Beta-Interferonen ein.


Neue Medikamente gegen Multiple Sklerose

Wissenschaftler der Universität Lübeck und Forscher des Max-Planck-Instituts für Herz- und Lungenforschung haben den Wirkmechanismus von Dimethylfumarat entschlüsselt. Durch zahlreiche Experimente mit Zellkulturen und mit genetisch veränderten Mäusen fanden die Wissenschaftler heraus, dass Dimethylfumarat die Aktivierung des für die Einwanderung der weißen Blutkörperchen in das Zentralnervensystem verantwortlichen HCS2-Rezeptors blockieren und so die Entzündung verhindern. Seither ist der Wirkstoff in Europa für die Basistherapie von Multipler Sklerose anerkannt und zugelassen. Die Forscher versprechen sich von ihrer bahnbrechenden Entdeckung, dass sie zeitnah neue Therapeutika präsentieren können, die eine Behandlung der Multiplen Sklerose weiter verbessern. Viele Patienten sehen ein Licht am Tunnel und hoffen, dass der Wirkstoff eine neue Ära in der Behandlung der Multiplen Sklerose einläutet. Der große Vorteil besteht darin, dass der Wirkstoff oral als Tablette eingenommen werden kann. Außerdem sind die Nebenwirkungen moderat und überschaubar. Eine wichtige Erkenntnis stammt auch von den Forschern der Harvard University. Ihren Untersuchungen zufolge schützt Myelin nicht nur die Nervenbahnen im Gehirn, sondern ist auch an der Kommunkation und Vernetzung der Hirnzellen beteiligt. Myelin wird von den Oligodendrozyten im Zentralnervensystem um die Axone gebildet. Ist diese Umhüllung aus irgendwelchen Gründen defekt, trägt dies zum Ausbruch verschiedener Erkrankungen wie Multipler Sklerose bei. Die Rolle der unterschiedlichen Myelinprofile müssen zwar noch genau bestimmt werden, jedoch machen die Erkenntnisse der Wissenschaftler Mut für die Zukunft, sodass Erkrankte schon bald auf noch bessere Therapiemöglichkeiten hoffen können.


Smart - die persönliche Therapie-Begleitung

Chronisch kranke Menschen müssen täglich häufig eine Vielzahl von Tabletten zu sich nehmen. Die Gefahr, bei der Einnahme Fehler zu machen, ist ständig gegeben. Die mangelnde Unterstützung und Beratung durch kompetentes Fachpersonal lässt die Motivation der Betroffenen nicht selten sinken. Bei smart ist dies anders. Erkrankten stehen an sechs Tagen in der Woche kompetente Ansprechpartner zur Seite, die sie bei pharmazeutischen Fragen beraten. Da jeder Krankheitsverlauf individuell ist, nehmen vor allem schwer Erkrankte, die an Multipler Sklerose, Asthma oder Hepatitis C leiden, diese Beratung in Anspruch. Die Patienten bekommen so eine persönliche und individuelle Therapie-Begleitung gestellt, durch deren Einsatz viele Betroffene wieder neue Kraft schöpfen, was sich letztendlich positiv auf den Krankheitsverlauf auswirkt.


Weitere Informationen:

Nervenerkrankungen im Mund- und Kieferbereich - Ursachen, Symtome und Therapiemöglichkeiten 

Der Mund- und Kieferbereich eines Menschen wird von diversen Nerven versorgt, welche wichtige Funktionen wie Kauen, Sprechen oder Mimik steuern. Sind die entsprechenden Nerven beschädigt, so können sich erhebliche Beschwerden wie Gesichtsschmerzen, Lähmungen oder Kieferfehlstellungen einstellen. Wenn auch nicht immer, vermag ein Zahnarzt in bestimmten Fällen die Ursachen für die Beschwerdesymptomatik zu beheben.


Facialisparese (Gesichtslähmung)

Hierbei kommt es aufgrund einer Schädigung des Gesichtsnervs (Nervus facialis) zu einer teilweisen oder kompletten Lähmung der Gesichtsmuskulatur. Als der siebte von insgesamt zwölf Hirnnerven entspringt dieser Nerv nicht dem Wirbelkanal, sondern verlässt das Gehirn an der Schädelbasis über knöcherne Aussparungen. Von dort aus zieht er direkt zu den Muskeln, der Haut sowie zu den Organen von Hals bis Kopf. Im knöchernen Kanal des Felsenbeins vermag sich dieser Nerv im Falle von Schwellungen nicht auszudehnen, was nicht selten zu Funktionsstörungen mit entsprechenden neurologischen Ausfällen führt. Der Nervus facialis ist verantwortlich für die Geschmackempfindung in den vorderen zwei Dritteln der Zunge, für die Produktion des Mundspeichels und der Tränenflüssigkeit sowie für die Muskeln, welche den Lidschluss bewerkstelligen. In der Mehrzahl der Fälle tritt die Facialisparese einseitig auf. Als häufigste Hirnnervenerkrankung gilt die idiopatische Facialisparese, von der pro 100.000 Menschen jedes Jahr ungefähr 25 neue Erkrankungsfälle bekannt werden. Als mögliche Ursache für eine Facialisparese gelten virale oder bakterielle Infektionen. Zu mechanischen Schäden des Nervus facialis sowie seiner Seitenäste kann es auch im Rahmen von Verletzungen (z.B. Fraktur des Felsenbeins) oder bei operativen Eingriffen (z.B. im Bereich der Ohrspeicheldrüse) kommen. Der Gesichtsnerv kann ferner auch infolge eines Schlaganfalls oder eines Tumors in der unmittelbaren Umgebung beschädigt werden. Typische Symptome einer Facialisparese sind Funktionseinschränkungen der Lippen, Wange, Nase, Augenlid und Stirn. Auf der betroffenen Seite lassen sich bewusste Bewegungen der Muskeln nur eingeschränkt oder überhaupt nicht vornehmen. Probleme beim Essen resultieren aus einer verminderten Spannung der Wangenmuskulatur sowie der reduzierten Speichelproduktion. 


Trigeminusneuralgie

Hierbei handelt es sich um eine schmerzhafte Erkrankung des gleichnamigen Nervs, welche zu heftigsten, blitzartig einschießenden sowie plötzlichen Gesichtsschmerzen führt. Der Nervus trigeminius (Drillingsnerv) ist der fünfte der zwölf Hirnnerven. Bei gesunden Menschen erhält das Gehirn Empfindungen aus dem Bereich der Gesichtshaut vom Nervus trigeminius übermittelt. Im Falle einer Trigeminusneuralgie werden dem Gehirn trotz intakter Haut und fehlender Schädigung stärkste Schmerzen überliefert. In der Regel halten die Schmerzen nur wenige Sekunden und selten länger als zwei Minuten an. Diese Beschwerden treten im gesamten Gesicht, vorwiegend jedoch im Bereich der Kaumuskulatur, der Zunge, der Lippen sowie der Wangen auf. Mit vier von 100.000 Menschen pro Jahr tritt diese Erkrankung selten auf. Bis heute sind die genauen Ursachen der Trigeminusneuralgie nicht vollständig geklärt. Fakt ist, dass dieser stets mit einer Reizung oder Schädigung des Drillingsnervs im Zusammenhang steht. Die IHS (Internationale Kopfschmerzgesellschaft) teilt diese Erkrankung in Abhängigkeit ihrer Symptome in zwei Gruppen ein:

- Symptomatische Trigeminusneuralgie: Diese ist sehr selten und resultiert aus Erkrankungen wie Hirntumoren oder multiple Sklerose. Sie tritt oft auch beidseitig auf.

- Klassische Trigeminusneuralgie: Stellt die häufigste Form dar, und tritt überwiegend einseitig auf. 


Trigeminusläsion (Trigeminusverletzung)

Der Nervus trigeminius ist für die Versorgung der Zähne, Kaumuskulatur, Mundschleimhaut, Nase und Nasennebenhöhle, der Augen sowie der Gesichtshaut zuständig. Eine Trigeminusläsion geht mit Ausfall- sowie Reizerscheinungen des Nervus trigeminius einher. Eine Trigeminusverletzung kann Folge entzündlicher Erkrankungen (z.B. Kollagenosen, lymphozitäre Meningitis einschl. Morbus Beck, Polyneuritis cranialis, Herpes zoster), Tumoren der Schädelbasis (z.B. Nasopharynxtumoren, Knochenmetastasen), Unterkiefer- und Mundbodentumoren, ausgedehnte Akustikneurinome, Trigeminusneurinome sowie von Unfällen und Operationen sein. Hierbei wird der Nerv veletzt oder gar durchtrennt. Auch Zahnextraktionen, Erkrankungen der Zahnwurzeln, Nasennebenhöhleninfektionen sowie Schädeltraumen können zu einer Trigeminusläsion führen. Zu den typischen Beschwerden gehören Gangstörungen, Schwindel, Gesichtsschmerzen, Kopfschmerzen, Tinnitus, Hörverlust, Schmeckstörungen sowie Lähmungserscheinungen im Bereich des Gesichts. 


Craniomandibuläre Dysfunktionen (CMD)

Dieser Begriff umfasst eine Reihe klinischer Symptome des Kiefergelenks und/oder der Kaumuskulatur sowie der dazugehörigen Strukturen im Kopf- und Mundbereich. Craniomandibuläre Dysfunktionen lösen 80% aller Rücken- und Kopfschmerzen aus. Funktionseinschränkungen sowie Schmerzen des Kauorgans zählen zu den Leitsymptomen. Laut Zahnarzt Dr. Seidel aus Berlin ist dieses Krankheitsbild in Deutschland noch sehr unbekannt und wird daher von vielen Ärzten übersehen. Die Funktionsstörungen äußern sich durch Kiefergelenkgeräusche wie Reiben und Knacken sowie asymetrische Unterkieferkieferbewegungen. Auch Zähneknirschen (Bruxismus), Abnutzungserscheinungen aufgrund von Kieferpressen sowie eine starke Ausprägung (Hypertrophie) der Kaumuskulatur sind häufige Beschwerden. Typisch sind auch Zahn- und Ohrenschmerzen. Ursächlich für Craniomandibuläre Dysfunktionen sind oftmals Fehl- oder Überbelastungen der Kiefergelenke und der Kaumuskulatur. Zur Auslösung der Symptome können auch Zahnfehlstellungen, veränderte Zahnkontakte sowie Probleme mit dem Zusammenbiss (Okklusionsstörungen) führen. Nicht selten ist Bruxismus ursächlich. 


Wie Zahnärzte helfen können 

Strahlen Schmerzen auf den Kauapparat aus und stehen die Beschwerden im Zusammenhang mit einer Abnutzung oder Beschädigung der Zähne, so ist der Zahnarzt der Hauptansprechpartner. Dies gilt vor allem bei Craniomandibulären Dysfunktionen. Nach einer Diagnostik und Vorbehandlung können Abrasionen, Zahnveränderungen, Bissschema, Attritionen sowie Fehlbelastungen funktionell sowie ästhetisch rekonstruiert werden. Eine Aufbissschiene, welche die Kiefergelenke entlastet, stellt die wirkungsvollste Sofort- und Dauermaßnahme dar. Für deren Herstellung nimmt der Zahnarzt zunächst einen Abdruck des Unter- und Oberkiefers. Anschließend wird diese vom Zahntechniker gefertigt. In den meisten Fällen kann so das übermäßige Pressen der Zähne sowie das nächtliche Zähneknirschen verhindert werden. Hierbei verschwinden übliche Symptome wie Tinnitus, Schwindel, Ohren- und Kopfschmerzen.

Neuigkeiten zur Multiplen Sklerose und Gesichtsschmerzen

Neue Erkenntnisse in der Forschung zur Multiplen Sklerose

In Deutschland sind nach Angaben der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) zwischen 120.000 und 140.000 Menschen am Multipler Sklerose erkrankt. Experten schätzen jedoch, dass die Zahl in Wirklichkeit viel höher liegt. Der prominenteste Fall in Deutschland dürfte wohl die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, sein.


Multiple Sklerose - heutiger Stand

Die Multiple Sklerose ist eine chronisch entzündliche Erkrankung des Zentralnervensystems. Die genauen Ursachen der Krankheit sind bislang weitesgehend ungeklärt. Derzeit gibt es lediglich Medikamente auf dem Markt, die die Symptome der Krankheit abschwächen. Verschiedene Therapieansätze können eine positive Wirkung auf den Verlauf der Krankheit haben. Eine vollständige Heilung der Krankheit ist mit dem heute zur Verfügung stehenden medizinischen Wissen leider nicht möglich. Bei den Basistherapien werden den Patienten Injektionen unter die Haut oder in die Muskulatur verabreicht, was viele Erkrankte als eine hohe physische wie psychische Belastung empfinden. Dabei greifen Mediziner auf den Wirkstoff Glatirameracetat zurück oder setzen Beta-Interferonen ein.


Neue Medikamente gegen Multiple Sklerose

Wissenschaftler der Universität Lübeck und Forscher des Max-Planck-Instituts für Herz- und Lungenforschung haben den Wirkmechanismus von Dimethylfumarat entschlüsselt. Durch zahlreiche Experimente mit Zellkulturen und mit genetisch veränderten Mäusen fanden die Wissenschaftler heraus, dass Dimethylfumarat die Aktivierung des für die Einwanderung der weißen Blutkörperchen in das Zentralnervensystem verantwortlichen HCS2-Rezeptors blockieren und so die Entzündung verhindern. Seither ist der Wirkstoff in Europa für die Basistherapie von Multipler Sklerose anerkannt und zugelassen. Die Forscher versprechen sich von ihrer bahnbrechenden Entdeckung, dass sie zeitnah neue Therapeutika präsentieren können, die eine Behandlung der Multiplen Sklerose weiter verbessern. Viele Patienten sehen ein Licht am Tunnel und hoffen, dass der Wirkstoff eine neue Ära in der Behandlung der Multiplen Sklerose einläutet. Der große Vorteil besteht darin, dass der Wirkstoff oral als Tablette eingenommen werden kann. Außerdem sind die Nebenwirkungen moderat und überschaubar. Eine wichtige Erkenntnis stammt auch von den Forschern der Harvard University. Ihren Untersuchungen zufolge schützt Myelin nicht nur die Nervenbahnen im Gehirn, sondern ist auch an der Kommunkation und Vernetzung der Hirnzellen beteiligt. Myelin wird von den Oligodendrozyten im Zentralnervensystem um die Axone gebildet. Ist diese Umhüllung aus irgendwelchen Gründen defekt, trägt dies zum Ausbruch verschiedener Erkrankungen wie Multipler Sklerose bei. Die Rolle der unterschiedlichen Myelinprofile müssen zwar noch genau bestimmt werden, jedoch machen die Erkenntnisse der Wissenschaftler Mut für die Zukunft, sodass Erkrankte schon bald auf noch bessere Therapiemöglichkeiten hoffen können.


Smart - die persönliche Therapie-Begleitung

Chronisch kranke Menschen müssen täglich häufig eine Vielzahl von Tabletten zu sich nehmen. Die Gefahr, bei der Einnahme Fehler zu machen, ist ständig gegeben. Die mangelnde Unterstützung und Beratung durch kompetentes Fachpersonal lässt die Motivation der Betroffenen nicht selten sinken. Bei smart ist dies anders. Erkrankten stehen an sechs Tagen in der Woche kompetente Ansprechpartner zur Seite, die sie bei pharmazeutischen Fragen beraten. Da jeder Krankheitsverlauf individuell ist, nehmen vor allem schwer Erkrankte, die an Multipler Sklerose, Asthma oder Hepatitis C leiden, diese Beratung in Anspruch. Die Patienten bekommen so eine persönliche und individuelle Therapie-Begleitung gestellt, durch deren Einsatz viele Betroffene wieder neue Kraft schöpfen, was sich letztendlich positiv auf den Krankheitsverlauf auswirkt.


Weitere Informationen:

Nervenerkrankungen im Mund- und Kieferbereich - Ursachen, Symtome und Therapiemöglichkeiten 

Der Mund- und Kieferbereich eines Menschen wird von diversen Nerven versorgt, welche wichtige Funktionen wie Kauen, Sprechen oder Mimik steuern. Sind die entsprechenden Nerven beschädigt, so können sich erhebliche Beschwerden wie Gesichtsschmerzen, Lähmungen oder Kieferfehlstellungen einstellen. Wenn auch nicht immer, vermag ein Zahnarzt in bestimmten Fällen die Ursachen für die Beschwerdesymptomatik zu beheben.


Facialisparese (Gesichtslähmung)

Hierbei kommt es aufgrund einer Schädigung des Gesichtsnervs (Nervus facialis) zu einer teilweisen oder kompletten Lähmung der Gesichtsmuskulatur. Als der siebte von insgesamt zwölf Hirnnerven entspringt dieser Nerv nicht dem Wirbelkanal, sondern verlässt das Gehirn an der Schädelbasis über knöcherne Aussparungen. Von dort aus zieht er direkt zu den Muskeln, der Haut sowie zu den Organen von Hals bis Kopf. Im knöchernen Kanal des Felsenbeins vermag sich dieser Nerv im Falle von Schwellungen nicht auszudehnen, was nicht selten zu Funktionsstörungen mit entsprechenden neurologischen Ausfällen führt. Der Nervus facialis ist verantwortlich für die Geschmackempfindung in den vorderen zwei Dritteln der Zunge, für die Produktion des Mundspeichels und der Tränenflüssigkeit sowie für die Muskeln, welche den Lidschluss bewerkstelligen. In der Mehrzahl der Fälle tritt die Facialisparese einseitig auf. Als häufigste Hirnnervenerkrankung gilt die idiopatische Facialisparese, von der pro 100.000 Menschen jedes Jahr ungefähr 25 neue Erkrankungsfälle bekannt werden. Als mögliche Ursache für eine Facialisparese gelten virale oder bakterielle Infektionen. Zu mechanischen Schäden des Nervus facialis sowie seiner Seitenäste kann es auch im Rahmen von Verletzungen (z.B. Fraktur des Felsenbeins) oder bei operativen Eingriffen (z.B. im Bereich der Ohrspeicheldrüse) kommen. Der Gesichtsnerv kann ferner auch infolge eines Schlaganfalls oder eines Tumors in der unmittelbaren Umgebung beschädigt werden. Typische Symptome einer Facialisparese sind Funktionseinschränkungen der Lippen, Wange, Nase, Augenlid und Stirn. Auf der betroffenen Seite lassen sich bewusste Bewegungen der Muskeln nur eingeschränkt oder überhaupt nicht vornehmen. Probleme beim Essen resultieren aus einer verminderten Spannung der Wangenmuskulatur sowie der reduzierten Speichelproduktion. 


Trigeminusneuralgie

Hierbei handelt es sich um eine schmerzhafte Erkrankung des gleichnamigen Nervs, welche zu heftigsten, blitzartig einschießenden sowie plötzlichen Gesichtsschmerzen führt. Der Nervus trigeminius (Drillingsnerv) ist der fünfte der zwölf Hirnnerven. Bei gesunden Menschen erhält das Gehirn Empfindungen aus dem Bereich der Gesichtshaut vom Nervus trigeminius übermittelt. Im Falle einer Trigeminusneuralgie werden dem Gehirn trotz intakter Haut und fehlender Schädigung stärkste Schmerzen überliefert. In der Regel halten die Schmerzen nur wenige Sekunden und selten länger als zwei Minuten an. Diese Beschwerden treten im gesamten Gesicht, vorwiegend jedoch im Bereich der Kaumuskulatur, der Zunge, der Lippen sowie der Wangen auf. Mit vier von 100.000 Menschen pro Jahr tritt diese Erkrankung selten auf. Bis heute sind die genauen Ursachen der Trigeminusneuralgie nicht vollständig geklärt. Fakt ist, dass dieser stets mit einer Reizung oder Schädigung des Drillingsnervs im Zusammenhang steht. Die IHS (Internationale Kopfschmerzgesellschaft) teilt diese Erkrankung in Abhängigkeit ihrer Symptome in zwei Gruppen ein:

- Symptomatische Trigeminusneuralgie: Diese ist sehr selten und resultiert aus Erkrankungen wie Hirntumoren oder multiple Sklerose. Sie tritt oft auch beidseitig auf.

- Klassische Trigeminusneuralgie: Stellt die häufigste Form dar, und tritt überwiegend einseitig auf. 


Trigeminusläsion (Trigeminusverletzung)

Der Nervus trigeminius ist für die Versorgung der Zähne, Kaumuskulatur, Mundschleimhaut, Nase und Nasennebenhöhle, der Augen sowie der Gesichtshaut zuständig. Eine Trigeminusläsion geht mit Ausfall- sowie Reizerscheinungen des Nervus trigeminius einher. Eine Trigeminusverletzung kann Folge entzündlicher Erkrankungen (z.B. Kollagenosen, lymphozitäre Meningitis einschl. Morbus Beck, Polyneuritis cranialis, Herpes zoster), Tumoren der Schädelbasis (z.B. Nasopharynxtumoren, Knochenmetastasen), Unterkiefer- und Mundbodentumoren, ausgedehnte Akustikneurinome, Trigeminusneurinome sowie von Unfällen und Operationen sein. Hierbei wird der Nerv veletzt oder gar durchtrennt. Auch Zahnextraktionen, Erkrankungen der Zahnwurzeln, Nasennebenhöhleninfektionen sowie Schädeltraumen können zu einer Trigeminusläsion führen. Zu den typischen Beschwerden gehören Gangstörungen, Schwindel, Gesichtsschmerzen, Kopfschmerzen, Tinnitus, Hörverlust, Schmeckstörungen sowie Lähmungserscheinungen im Bereich des Gesichts. 


Craniomandibuläre Dysfunktionen (CMD)

Dieser Begriff umfasst eine Reihe klinischer Symptome des Kiefergelenks und/oder der Kaumuskulatur sowie der dazugehörigen Strukturen im Kopf- und Mundbereich. Craniomandibuläre Dysfunktionen lösen 80% aller Rücken- und Kopfschmerzen aus. Funktionseinschränkungen sowie Schmerzen des Kauorgans zählen zu den Leitsymptomen. Laut Zahnarzt Dr. Seidel aus Berlin ist dieses Krankheitsbild in Deutschland noch sehr unbekannt und wird daher von vielen Ärzten übersehen. Die Funktionsstörungen äußern sich durch Kiefergelenkgeräusche wie Reiben und Knacken sowie asymetrische Unterkieferkieferbewegungen. Auch Zähneknirschen (Bruxismus), Abnutzungserscheinungen aufgrund von Kieferpressen sowie eine starke Ausprägung (Hypertrophie) der Kaumuskulatur sind häufige Beschwerden. Typisch sind auch Zahn- und Ohrenschmerzen. Ursächlich für Craniomandibuläre Dysfunktionen sind oftmals Fehl- oder Überbelastungen der Kiefergelenke und der Kaumuskulatur. Zur Auslösung der Symptome können auch Zahnfehlstellungen, veränderte Zahnkontakte sowie Probleme mit dem Zusammenbiss (Okklusionsstörungen) führen. Nicht selten ist Bruxismus ursächlich. 


Wie Zahnärzte helfen können 

Strahlen Schmerzen auf den Kauapparat aus und stehen die Beschwerden im Zusammenhang mit einer Abnutzung oder Beschädigung der Zähne, so ist der Zahnarzt der Hauptansprechpartner. Dies gilt vor allem bei Craniomandibulären Dysfunktionen. Nach einer Diagnostik und Vorbehandlung können Abrasionen, Zahnveränderungen, Bissschema, Attritionen sowie Fehlbelastungen funktionell sowie ästhetisch rekonstruiert werden. Eine Aufbissschiene, welche die Kiefergelenke entlastet, stellt die wirkungsvollste Sofort- und Dauermaßnahme dar. Für deren Herstellung nimmt der Zahnarzt zunächst einen Abdruck des Unter- und Oberkiefers. Anschließend wird diese vom Zahntechniker gefertigt. In den meisten Fällen kann so das übermäßige Pressen der Zähne sowie das nächtliche Zähneknirschen verhindert werden. Hierbei verschwinden übliche Symptome wie Tinnitus, Schwindel, Ohren- und Kopfschmerzen.

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