Grand mal Anfall

Ätiologie

  • Primär generalisiert (Idiopathische Epilepsien, z.B: Aufwach-Grand-mal- Epilepsie)
  • Als Begleitsymptomatik  bei anderen Epilepsiesyndromen (z.B: Impulsiv-Petit-mal oder Absencen)
  • Sekundär generalisiert

Formen

  • Klonische Anfälle
  • Tonisch-klonischeAnfälle
  • Tonische Anfälle (nur bei schweren gen. Epilepsien o. Epilepsiesyndromen)

Klinik

Tonisch-klonischer Anfall

  • Gel. Initialschrei, Stöhnen
  • Bewußtseinsverlust, ev. Sturz
  • Starre meist leicht gebeugte Arme, Beine gestreckt
  • Apnoe
  • Speichelfluß (Schaum vor dem Mund)
  • Im Verlauf klonische rhythmische Zuckungen an Armen und Beinen (an Intensität zu- und Frequenz im Verlauf abnehmend)
  • Stoßartige Atmung
  • Erschlaffung der Muskulatur
  • Röcheln/tiefe schwere Atmung
  • Dauer insgesamt 1-3 Minuten
  • Gel. postiktaler Schlaf
  • Reorientierungsphase (Dauer bis zu einer Stunde)
  • Amnesie für Dauer des Anfalls
  • Auftreten häufig morgens nach dem Erwachen oder nachmittags während Entspannungsphase (dann auch als Aufwach-Grand mal klassifiziert)

Besonderheiten bei der klinischen Untersuchung

Während des Anfalls

  • Augen offen, verdreht
  • Pupillen weit, keine Lichtreaktion
  • Initial Blässe, später Zyanose durch Apnoe
  • Anstieg von Blutdruck und Puls

Nach dem Anfall

  • Verletzungen
  • Zungenbiß, lateral (nicht gefährlich!)
  • Enuresis/Enkopresis
  • Gel. Muskelschmerz u./o. Kopfschmerz

Therapie

Während des Anfalls

  • Schutz vor Verletzungen
  • Medikamentöse Anfallsbehandlung: In der Regel nicht erforderlich, nur bei prolongiertem Anfall bzs. Anfallsserie oder Status epilepticus

Medikamentöse Anfallsprohylaxe

  • Die Wahl des Medikaments sollte stets auch patientenorientiert bzw. am Nebenwirkungsprofil ausgerichtet sein, daher sind die Empfehlungen insbesondere bei Antiepileptika nie allgemeingültig
  • Die Medikation richtet sich nach der Ursache des Anfalls (siehe bei den jeweiligen Epilepsiesyndromen (z.B. Aufwach-Grand-mal)

Differentialdiagnose

  • Konvulsive Synkope, andere Synkopen, psychogene Anfälle (Cave: Häufig bei Epilepsiepatienten!), Sturzattacke (Drop attack), Hyperventilationstetanie, Kataplexie bei Narkolepsie

Weiterführende Literatur