Cluster-Kopfschmerz

Bing-Horton Syndrom, Histaminkopfschmerz, Sluder Neuralgie, Hemicrania periodica neuralgiformis, Petrosusneuralgie

  • Erstbeschreibung 1840 Romberg
  • 1878 Eulenberg
  • 1939 Horton

Ätiologie

  • Unklar, diskutiert wird eine hypothalamische Störung bzw. der orbitalen Strukturen (Sinus cavernosus)

Epidemiologie

  • m>w
  • Prävalenz ca. 0,5-1%

Symptome

  • Kopfschmerzen einseitig, orbital, supraorbital und /oder temporo-parietal lokalisiert
  • reißend, stechend, bohrender Charakter
  • sehr starker bis heftigster Kopfschmerz
  • Dauer von 15 Min. bis 3  Stunden
  • Auftreten 2-5 x /die; bisweilen auch 1 Attacke jeden2.Tag
  • Typischerweise tageszeitliche Bindung mit Auftreten in der Nacht 1-2h nach dem Einschlafen oft zur selben Uhrzeit oder auch zur gleichen Zeit tagsüber (meist nachmittags)
  •  in 50%der Fälle treten die Attacken aus dem Schlaf heraus aus
  • Begleitend motorische Unruhe (Umherlaufen...)
  • Autonome Begleitsymptomatik:
    Konjunktivale Injektion; Lakrimation; Kongestion der Nase, Rhinorrhoe; starkes Schwitzen im Bereich der Stirn und des Gesichtes; Ptosis, Miosis Lidödem (in der Regel 1 der nachfolgenden Symptome obligatorisch)
  • Dauer der Cluster-Attacken:2 Wochen bis 3 Monate beim sog. episodischen
    Clusterkopfschmerz; bzw. über 1 Jahr - ohne Remission - beim
    sog. chron. Clusterkopfschmerz

Klinische Untersuchung

  • In der Attacke autonome Symptomatik (s.o.)
  • Im Intervall unauffälliger neurologischer Status
  • Fundusspiegelung mit Frage Stauungspapille

Procedere

  • Anamnese!
  • Therapieversuch mit Sauerstoffinsufflation - diagnostisch wegweisend
  • Bei zweifelhatfer Anamnese: MRT zum Ausschluss: Hypophysen-Tumor, bzw. Ausschluss  Raumforderung an der Hirnbasis
  • gegebenenfalls auch Durchführung eines orbitalen Phlebogramms zum Nachweis eines entzündlichen Prozesses im Sinus cavernosus
  • evtl.: diagnostisch Provokation durch Gabe von sublingualem Nitrolingual

Therapie - Detaillierte Informationen erst nach Ärzte-Login sichtbar

Akutbehandlung

  • Nichtmedikamentöe Therapie:
    • Inhalation von Sauerstoff ( 7 l/ Min. für die Dauer von mind. 15 Min.)
    • Vagusnervstimulation
  • Medikamentöse Therapie:
    • Sumatriptan
    • Sumatriptan nasal
    • Zolmitrtipan nasal
    • Lidocain nasal

Prophylaktische Behandlung

  • Verapamil
  • Zur vorübergehende Prophylaxe: Methylprednisolon
  • Alternativ:
    Lithium
  • Topiramat
  • Methysergid
  • Verzicht auf Alkohol ( kann Attacken auslösen)

Differentialdiagnostik

  • Chronisch paroxysmale Hemikranie, Trigeminusneuralgie, Glaukom, Migräne, Tolosa-Hunt Syndrom, NNH-Entzündung, SUNCT, Hemicrania continua

Aktuelle Patientenstudien

  • Unter der Rubrik "Studien" finden Sie aktuelle Therapiestudien zum Clusterkopfschmerz
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