• Parkinson-Syndrome kompakt

    Höglinger G.U.
    Thieme Verlag 2018, 257 S., € 79,99.-

    Die Differenzialdiagnose und Therapie der Parkinson-Syndrome stellt nicht nur Anfänger der Neurologie vor eine große Herausforderung. Das gut gegliederte Werk soll die differenzialdiagnostischen Überlegungen durch die ausführliche Darstellung der atypischen Parkinson-Syndrome nebst Therapieempfehlungen erleichtern. Hinsichtlich der Therapie ist hervorzuheben, daß der Herausgeber erfreulicherweise den nichtmotorischen Symptomen der Parkinson-Erkrankung ein ganzes Kapitel widmet. Bezüglich der Behandlung der motorischen Symptome kommen auch die intensivierten invasiven Therapien nicht zu kurz. Im abschließenden Kapitel werden auch die „unterstützenden Therapien“ zumindest überblicksartig aufgeführt. Dem Umfang des Werkes entsprechend ist die inhaltliche Darstellung knapp gehalten, wobei zahlreiche Tabellen den Inhalt sinnvoll ergänzen. Zu dürftig geraten ist allerdings die Abhandlung der klinisch-neurologischen Untersuchung. Insgesamt eignet sich das Werk hervorragend, um Anfängern einen guten Überblick über die Parkinson-Erkrankung zu verschaffen. Zudem gibt es Antworten zum Umgang mit Komplikationen und der Problematik der häufigen nicht-motorischen Symptome. Selbst erfahrenen Anwendern dürfte es als Nachschlagewerk gute Dienste leisten. Zur Vertiefung der wichtigen unterstützenden – insbesondere aktivierenden – Therapien sollte allerdings auf ergänzende Literatur zurückgegriffen werden.
    © Neurologienetz 2019

     

     

     

     

     

     

     

  • Farbduplexsonografie der hirnversorgenden Gefäße – Atlas und Handbuch

    Eva Bartels
    Schattauer Verlag 2018, 2. Auflage, 388 S., € 149,99.-

    Auch die zweite Auflage des Werkes „Farbduplexsonografie der hirnversorgenden Gefäße“ erscheint als zweisprachige Ausgabe mit nebeneinander angeordneten Texten. Die physikalisch-technischen und anatomischen Grundlagen werden auch für Anfänger verständlich dargestellt. Im praktischen Teil sind die Duplexsonographie der extrakraniellen Gefäße, der Venen sowie der intrakraniellen Gefäße ausführlich behandelt, wobei nicht nur Normalbefunde, sondern auch Anlagevariationen und pathologische Befunde Eingang gefunden haben. Die Darstellung ist strukturiert und verständlich; kritisch anzumerken ist lediglich, dass das Bildmaterial nicht im Text platziert wurde, was ein umständliches Blättern notwendig macht. Der Sinn der bilingualen Darstellung erschließt sich jedenfalls dem Rezensenten nicht, auch wenn es dem interessierten Leser vielleicht die Aneignung der englischen Terminologie zu dem Thema und damit die Lektüre anderer englischsprachiger Texte hierzu erleichtern mag.
    Insgesamt dürfte sich das Fachbuch insbesondere für Anfänger zum Erlernen der Grundlagen, aber auch für Fortgeschrittene in der Ultraschalldiagnostik als übersichtliches Nachschlagewerk gut eignen.
    © Neurologienetz.de 2018

     

     

     

  • Neuro-Intensivmedizin

    Bösel J., Schönenberger S.
    Thieme Verlag 2018, 324 S., € 59,99.-

     

    Das Buch Neuro-Intensivmedizin ist als Ratgeber für die Kitteltasche konzipiert. Es bietet dem Leser die Möglichkeit, sich rasch und effektiv über das Vorgehen in den unterschiedlichen Situationen im ärztlichen Alltag auf der Intensivstation zu informieren. Der Schwerpunkt des Buches liegt hierbei nicht auf den neurologischen Erkrankungen, die nur ca. ein Drittel des Buches ausmachen. Mehr Raum nehmen die SOP (Standard Operation Procedures) internistischer Krankheitsbilder und die Darstellung invasiver Tätigkeiten auf der Intensivstation ein. So werden nicht nur SOPs zu Zugängen oder internistisch diagnostischen Maßnahmen aufgeführt, sondern auch das Vorgehen bei Aufnahme oder Verlegung von Patienten, rechtliche Fragen oder die neurologische Diagnostik auf der Intensivstation erläutert. Abschließend finden sich Skalen und Scores sowie Formeln und Fakten mit intensivmedizinischer Relevanz. Ziel des Buches ist, den Leser effektiv und schnell über erforderliche Vorgehensweisen auf der neurologischen Intensivstation zu instruieren und so Handlungsabläufe zu optimieren. Zwar werden Empfehlungen zu ersten „konkreten Maßnahmen“ gegeben, dennoch läßt der Umfang des Werkes keine detaillierte Beschreibung der jeweiligen Erkrankung und spezifischen Therapie zu, so daß hierfür anderweitige Fachliteratur zu Rate gezogen werden muss. Das Werk ist also sowohl Neurologen zur Einführung in ihre Tätigkeit auf der neurologischen Intensivstation als auch Intensivmedizinern anderer Fachrichtungen zu empfehlen, die sich immer wieder mit
    neurologischen Erkrankungen konfrontiert sehen.
    © Neurologienetz 2018

     

     

  • Neurologie compact

    Hufschmidt, Lücking, Rauer, Glocker
    Thieme Verlag 2017, 7. überarbeitete Auflage 1064 S., 22 Abb., € 99,99.-

    Der Umfang der aktuellen Auflage des Werkes „Neurologie compact“ ist gegenüber der 6. Ausgabe auf inzwischen 1064 Seiten angewachsen. Inhaltlich deckt das Werk fast das gesamte Spektrum der klinischen Neurologie ab. Wie in den vergangenen Ausgaben haben auch in der vorliegenden Auflage die neusten Erkanntnisse aus der Neurologie inklusive der aktuellen Entwicklungen in der neurologischen Diagnostik Eingang gefunden. Die Neuauflage wurde zudem um das Kapitel „Neurogeriatrie“ erweitert. Einleitend findet sich auf den ersten knapp 100 Seiten eine ausführliche Darstellung neurologischer „Symptome und Syndrome“. Es folgen umfassende Kapitel zu neurologischen Erkrankungen sowie „diagnostischen Methoden“ und „Prophylaxe und Therapie“ mit einem Unterpunkt „Off-label-use“, was zeigt, dass sich die Autoren auch mit nichtmedizinischen Alltagsproblemen auseinandergesetzt haben.  Ein Anhang mit klinischen Bewertungsskalen und Tabellen  zur neurologischen Begutachtung runden das Werk ab. Wie in der Vorauflage fehlt leider ein Kapitel zur neurologischen Untersuchung. Dies sowie die Inhaltsfülle machen das Fachbuch zu einem hervorragenden Nachschlagewerk für die tägliche Praxis. Zum Erlernen des Prüfungsstoffs für die Facharztprüfung ist es aufgrund zu vieler Detailinformationen eher ungeeignet. Nicht unerwähnt bleiben sollte das zusätzliche Online-Angebot mit Bild- und Videomaterial  sowie Tabellen und Verweisen zu nationalen und internationalen Leitlinien.
    Aufgrund des umfangreichen exzellenten Inhalts ist das Buch jedem Assistenz- und Facharzt der Neurologie ans Herz zu legen.

    © Neurologienetz.de


     

  • Schwindel - Praktischer Leitfaden zur Diagnose und Therapie

    Bronstein, Lempert
    Schattauer Verlag 2017, 2. Auflage, 255 S., € 69,99-

    Dieses Fachbuch widmet sich dem in der neurologischen, aber auch hausärztlichen Praxis häufigen Symptom „Schwindel“. Die Autoren haben das Werk als Nachschlagewerk für die tägliche Praxis angelegt. Anhand typischer Symptome kann der Leser die diagnostischen Vorgehensweisen nachlesen und verstehen lernen. Da die Gliederung symptomorientiert ist, werden die verschiedenen Erkrankungen an unterschiedlichen Stellen des Buches besprochen.
    Trotz seiner Konzeption als Nachschlagewerk ist das Buch aufgrund der präzisen Darstellung der wichtigsten Schwindelursachen äußerst lesenswert. Ein Kapitel widmet sich auch der unterdiagnostizierten vestibulären Migräne. Zudem ist der psychogene Schwindel als eine der wichtigsten und häufig fehldiagnostizierten Schwindelarten ausführlich besprochen. Zahlreiche online zugängliche Videos ergänzen gelungen die textlichen Ausführungen.
    Die detaillierte Darstellung der verschiedenen Schwindelformen macht das Fachbuch sowohl für niedergelassene Neurologen als auch für Haus- sowie Hals-Nasen-Ohren-Ärzte lesenswert, da es zu einem besseren Verständnis der verschiedenen Schwindelursachen beiträgt und die differentialdiagnostische Zuordnung des Symptoms „Schwindel“ erleichtert..
    © Neurologienetz 2017

     

     

     

     

  • Kopfschmerzen

    Gaul C., Diener H.-C.
    Thieme Verlag 2016, 348S., 70 Abb., € 89,90.-

    Das Werk Kopfschmerzen bietet eine umfassende Darstellung der häufigsten Kopfschmerzarten. Die Ausführungen hierzu dürften für die meisten allgemein tätigen Neurologen ausreichen, zumal auch relativ seltene Kopfschmerzarzten abgehandelt sind. Für Spezialisten empfehlen sich hingegen zusätzlich Werke, die auch intensivere und detailliertere Ausführungen zu Migräne, Arteriitiden und den verschiedenen Neuralgien beinhalten. Hervorzuheben sind die Abschnitte dieses Buches zu nichtmedikamentösen Behandlungsansätzen wie Physiotherapie, Entspannungsverfahren, Biofeedback, Psychotherapie, alternativmedizinischer Therapieverfahren sowie zu neueren Verfahren wie der transkutanen elektrischen Nervenstimulation und der transkraniellen Magnetstimulation, denen jeweils ein einzelnes Kapitel gewidmet ist. Erfreulicherweise ist außerdem der medikamentösen Therapie von Kopfschmerzen ein eigener Abschnitt gewidmet, der allerdings lediglich Empfehlungen zur Migräne, dem Spannungskopfschmerz und dem Clusterkopfschmerz beinhaltet. Kapitel zur Begutachtung von Kopfschmerzen sowie zum Sozialrecht, zur Rente und zur Rehabilitation runden dieses insgesamt sehr lesenswerte Buch ab.
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  • Klinisch-neurologische Untersuchungstechniken

    Urban, Peter
    Thieme Verlag 2016, 2. Auflage, 334 S., 327 Abb. € 79,99.-

    Die klinisch-neurologische Untersuchung bildet neben der Anamnese das wichtigste Rüstzeug eines jeden Neurologen. Da diese in aktuellen Lehrbüchern zunehmend zu kurz kommt, ist dieses Werk sehr zeitgemäß. Das Fachbuch ist dreigeteilt in die Kapitel Anamnese, allgemeine klinische Untersuchung und klinisch-neurologische Untersuchungstechniken bei ausgewählten Erkrankungen und Symptomen. Dem Autor gelingt es dabei, sowohl die komplette Basisuntersuchung - inklusive der Neuropsychologie - als auch die spezifischen Untersuchungen - u.a. die Hirntoddiagnostik - detailliert darzustellen. Dabei weist er den Leser auf Besonderheiten hin und gibt Tips zu der den normalen Untersuchungsgang ergänzenden symptomorientierten Diagnostik. Zahlreiche Details sind dargestellt, die man in anderen Lehrbüchern vergeblich suchen dürfte. Hervorzuheben ist auch das Kapitel zur Detektion psychogener Störungen sowie die diesbezüglich im Text immer wieder eingestreuten Hinweise. Im Vergleich zur Vorauflage wurde es inhaltlich komplett überarbeitet. Sucht dieses Werk in Umfang und Detail doch seinesgleichen, wird es nicht nur Anfängern der Neurologie, sondern auch bereits erfahreneren Kollegen von großem Nutzen sein.
    ©Neurologienetz 2016

     

     

  • Memorix Neurologie

    Peter Berlit
    Thieme Verlag 2016, 6. Auflage, 526 Seiten, € 49,99.-

    Das erstmals 1990 erschienene Memorix Neurologie ist der „Oldie“ unter den Kitteltaschenbüchern und sicher allen erfahrenen Neurologen bekannt. Der namhafte Autor Peter Berlit beweist mit der Neuauflage dieses Büchleins, daß das Konzept eines Buchs für die Kitteltasche mit komprimiertem tabellarisch und stichwortartigem Inhalt nicht an Aktualität verloren hat. Die Stärke dieses Buches liegt in der knappen übersichtlichen Darstellung der Kranheitsbilder, die vor allem bei differentialdiagnostischen Überlegungen äußerst hilfreich ist. Zwar finden sich bei zahlreichen Erkrankungen auch therapeutische Angaben mit Dosierungen, dennoch liegt der Schwerpunkt auf der Diagnostik. Das zeigt sich u.a. darin, daß den ersten beiden Kapiteln „Neurologische Symptome und Syndrome“ und „Apparative Diagnostik und Labordiagnostik in der Neurologie“ knapp 180 Seiten gewidmet sind. Dank der übersichtlichen Präsentation gelingt es dem Leser, rasch die gewünschten Informationen aufzuspüren und die erhobenen klinischen Befunde differentialdiagnostisch einzuordnen. Daher eignet sich das Buch insbesondere für die Arbeit in der Notaufnahme, auch wenn es hinsichtlich der therapeutischen Angaben nicht an andere Kitteltaschenbücher heranreicht.
    © Neurologienetz.de

     

     

     

  • Das EMG-Buch

    Bischoff, Ch., Schulte-Mattler W. J
    Thieme Verlag 2016, 4., überarbeitete Auflage, 339 S., € 99,99.-

    Auch die neueste Ausgabe dieses Standardwerks überzeugt durch sein Konzept und die Inhalte. Anhand von 95 Fällen werden die häufigsten peripheren Nervenläsionen, aber auch systemische Nerven- und Muskelerkrankungen dargestellt und die diagnostische Herangehensweise mittels Elektroneurograpgie und Elektromyographie erläutert. Dies hilft dem Leser einerseits, sich das differentialdiagnostische Vorgehen dieser elektrophysiologischen Verfahren anzueignen, macht ihn andererseits aber auch mit den typischen Befunden bei diesen Erkrankungen vertraut. Die einleitenden Kapitel zur EMG-Untersuchung, zur Neurographie sowie zu Vorgehensweise und Befundinterpretation bei verschiedenen neuromuskulären Erkrankungen veranschaulichen dem Leser die Grundlagen dieser Untersuchungstechniken. Sehr schön ergänzt werden die Befunde durch zahlreiche Videos, die online mittels eines im Buch enthaltenen Codes zugänglich sind.  Im Anhang finden sich Normwerte sowie ein Glossar häufiger Begriffe der elektrophysiologischen Diagnostik.
    Das Buch ist nicht nur jedem Anfänger der elektrophysiologischen Diagnostik uneingeschränkt zu empfehlen, sondern dient auch erfahrenen Untersuchern als umfassendes Nachschlagwerk.
    © Neurologienetz.de

     

     

     

     

  • NeuroIntensiv

    Schwab, Schellinger, Werner, Unterberg, Hacke
    -Verlag GmbH, 2015, 3. Auflage, 870 S. 167 Abb., € 129,99.-

    Inzwischen liegt mit diesem Werk bereits innerhalb weniger Jahre die dritte Auflage vor. Das spricht einerseits für den großen Erfolg dieses Fachbuchs, aber auch für den stetigen Wissenszuwachs in diesem Themengebiet. Die neurologische Intensivmedizin nimmt in der alltäglichen Praxis in vielen Krankenhäusern immer mehr an Bedeutung zu. Auf über 850 Seiten wird die gesamte Bandbreite der neurologischen Intensivmedizin dargestellt. Sogar Themen wie bauliche Gegebenheiten, Organisationsstrukturen, Personalmanagment und bauliche Gestaltung sind berücksichtigt. Ausführlich widmen sich die Autoren den spezifischen diagnostischen apparativen Methoden sowie den intensivmedizinische Verfahren wie Zugänge, Drainagen, Intubation, verschiedene Katheter oder Sedierung; die hohe Praxisrelevanz ermöglicht es insbesondere Anfängern,  sich in der komplexen Materie der allgemeinen Intensivmedizin zurechzufinden. Ebenso werden nichtneurologische Komplikationen wie Pneumonien, das Vorgehen bei der Reanimation, die HIT oder auch Vergiftungen dargelegt. Erst die zweite Hälfte des Buches befaßt sich mit den intensivmedizinisch relevanten neurologischen Erkrankungen. Wie in den Vorauflagen ist die Darstellung ausführlich und setzt Schwerpunkte hinsichtlich der Besonderheiten der intensivmedizinischen Behandlung und Therapie. Kapitel zu den Themen Ethik, Recht und Hirntod runden das Werk gelungen ab. Aufgrund des Umfangs und des hervorragenden Inhalts kann „NeuroIntensiv“ auch weiterhin als das Standarwerk der neuologischen Intensivmedizin gelten, an dem kein Neurologe vorbeikommt, der sich etwas näher mit der Thematik befassen möchte.
    ©Neurologienetz 2017

  • Neurologie

    Werner Hacke
    Springer Verlag 2016, 14. Überarb. Auflage, 1039 S. € 69,99.-

    Das Werk „Neurologie“, ursprünglich von dem Neurologen Klaus Poeck konzipiert und herausgegeben, war seinerzeit eigentlich als gut verständliches Einsteigerwerk in die Neurologie für Studenten und Berufsanfänger konzipiert. Inzwischen eignet es sich allerdings hervorragend für den Praktiker sowie zur Facharztvorbereitung, nachdem sich die Erweiterung der Autorenschaft in einer inhaltlichen Erweiterung niedergeschlagen hat und selbst seltene neurologische Erkrankungen aufgeführt werden. Sehr gelungen sind die ersten Kapitel, die sich mit Anamnese, klinischer Untersuchung und typischen neurologischen Symptomen befassen und diese sehr verständlich dargelegen. Die Präsentation der Krankheitsbilder beinhaltet neben einer präzisen Schilderung der Symptomatik auch Empfehlungen zur Medikation mit Dosierungen. In sogenannten Facharztboxen werden seltenere Erkrankungen oder Spezifizierungen zu einzelnen Krankheitsbildern aufgeführt. Abschließend finden sich noch Ausführungen zur neurologischen Intensivmedizin, Rehabilitation sowie Neurogeriatrie. Insgesamt dürfte dieses Standardwerk zur Prüfungsvorbereitung ebenso wie im Praxisalltag insbesondere aufgrund seiner detaillierten Therapieempfehlungen gute Dienste leisten, wohingegen es für Studenten inzwischen allenfalls zur Vertiefung einzelner Gebiete angeraten werden kann.
    © Neurologienetz.de

     

  • Multiple Sklerose

    Schmidt R.M., Hoffmann F., Faiss J. H., Köhler W.
    Elsevier Urban & Fischer, 6. Auflage 2015, 474 S., € 84,99.-

    Kaum eine neurologische Erkrankung in der Neurologie ist einem so starken Wandel hinsichtlich des Wissens sowie der Behandlungsmöglichkeiten unterworfen wie die Multiple Sklerose. Um Betroffene bestmöglichst zu behandeln, sollte man sich daher als Neurologe besonders mit der aktuellen Literatur befassen. Hierzu ist das vorliegende Werk äußerst empfehlenswert. Den Autoren gelingt es, dem Leser den neuesten Wissenstand interessant und umfassend zu vermitteln. In den Kapiteln zu den Grundlagen der MS finden sich umfangreiche Erläuterungen zu aktuellen epidemiologischen Daten, Genetik und Umweltfaktoren sowie zur Pathophysiologie und Immunpathogenese. Zu knapp sind leider die Kapitel zur klinischen Symptomatik und Neuropsychologie. Mag auch die symptomatische Therapie sehr ausführlich erläutert sein, so sollte doch die typische Klinik der MS dem Umfang des Werkes entsprechend detaillierter dargestellt werden. Positiv zu beurteilen sind wiederum die Kapitel zur pathophysiologisch ansetzenden und experimentellen Therapie. Sehr informativ ist auch das Kapitel über die komplementären Therapien, mit dem sich zahlreiche Fragen von Patienten fachlich fundiert beantworten lassen. Informationen zum Patientencoaching, MS Nursing, Rehabilitation und gesundheitsökomischen Aspekten runden das Werk inhaltlich ab, so dass nach der Lektüre dieses Fachbuches kaum Fragen zur Multiplen Sklerose offen bleiben dürften.
    © Neurologienetz 2015

     

     

     

     

     

  • Migräne und Kopfschmerzen

    Agosti R., Diener H.C., Limmroth V.,
    Karger 2015, 416 S., € 69,95.-

    Dieses Werk setzt es sich zum Ziel, die häufigsten Kopfschmerzarten hinsichtlich Ursachen, klinischer Symptomatik und Therapie verständlich darzustellen. Es richtet sich an Fachärzte, Hausärzte, Therapeuten und Betroffene. Die Texte sind gut verständlich. Hervorzuheben ist die detaillierte und gut beschriftete Illustration. Schwerpunkt des Werkes ist die Migräne, die am ausführlichsten hinsichtlich Pathophysiologie, Symptomatik und Therapie beschrieben wird. Auch die weiteren, häufigsten Kopfschmerzarten wie der Spannungskopfschmerz oder die trigeminoautonomen Kopfschmerzen finden Eingang. Wichtige Differentialdiagnosen wie z.B. die Arteriitis temporalis oder die intrakranielle Hypertension hingegen werden zu knapp oder nur stichwortartig erläutert. Dafür sind wissenschaftlich nicht fundierte komplementäre Therapien wie die craniosacrale Therapie oder die Osteopathie sehr ausführlich behandelt. Lesenswert ist das letzte Kapitel, das einen schönen Einblick in die Geschichte der Kopfschmerzen über die Jahrhunderte hinweg gibt.
    Inhaltlich ist das Werk für Neurologen zu knapp gehalten, da für den Facharzt wichtige Aspekte fehlen; für Hausärzte, Therapeuten und Betroffene dürfte es jedoch gut lesbar und inhaltlich weitgehend ausreichend sein.  
    © Neurologienetz.de

     

     

  • Praxisbuch EEG: Grundlagen, Befundung, Beurteilung und differentialdiagnostische Abgrenzung

    Wellach I.
    Thieme Verlag 2015, 2., überarbeitete Auflage, 166 Abb., 386 S., €59,99.-

    Die Elektroenzephalographie hat in der Ausbildung junger Neurologen durch die zunehmende Bedeutung radiologischer Bilddiagnostik an Wert eingebüßt. Dennoch ist diese Untersuchungsmethode auch aus der modernen Neurologie nicht wegzudenken. Wichtigsten Stellenwert hat das EEG weiterhin in der Diagnostik in der Epileptologie, gefolgt von Fragestellungen in der Intensivmedizin und Gerontoneurologie. Der Autor hat hier ein Werk vorgelegt, das jedem Neurologen, der sich näher mit dieser Untersuchungstechnik befassen möchte, ohne sich zu sehr in Detailwissen zu verlieren, hilfreiche Dienste leisten wird. So werden einleitend die Grundlagen der EEG-Untersuchung hinsichtlich Technik, Neurophysiologie und Anatomie dargelegt, um sich dann ausführlich der Befundung zu widmen. Der zweite Teil stellt – reich bebildert – normale und abnorme Befunde dar. Alle Wellenformationen und Befunde werden durch Darstellung entsprechender Ableitungen verständlich erklärt. In die Darstellung der pathologischen Befunde fließen zudem differentialdiagnostische Überlegungen mit ein. Insgesamt ein Werk, das einerseits einen guten Einstieg in die Befundinterpretation des EEGS bietet, durch seine klare Struktur aber auch ideal zum schnellen Nachschlagen in der täglichen Befundinterpretation geeignet ist. Dementsprechend kann diese Fachbuch uneingeschränkt dem jungen Assistenzarzt, als auch dem niedergelassenen Neurologen empfohlen werden.
    ©Neurologienetz 2015

     

     

     

     

     

     

  • Klinikleitfaden Neurologie

    Klingelhöfer J, Berthele A.
    5. Auflage, Elsevier 2015, 906 S., € 49,99.-, € 40.- als eBook

    „Klinikleitfaden Neurologie“ lautet der Titel dieses Kitteltaschenbuches. Inhaltlich erwartet man ein knappes, prägnantes Buch für kurze schnelle Informationen. Dieser Leitfaden bietet inhaltlich indes schon lange das, was man für die übliche Routinearbeit benötigt, und genügt selbst den Ansprüchen des Facharztes, was aufgrund des Umfangs von immerhin 908 Seiten auch nicht unbedingt verwundert. Erläutert sind alle wichtigen häufigen und teilweise auch seltenen Erkrankungen der Neurologie, so daß der Leser sich anhand der guten Einteilung und des Registers rasch zurechtfindet. Somit eignet sich dieses Werk nicht nur zum schnellen Nachschlagen, sondern kann auch für spezifische differentialdiagnostische Überlegungen sowie diagnostisches Vorgehen genutzt werden. Selbst Dosierungsangaben wurden vom Autor aufgenommen, so daß der Inhalt für die meisten Fragestellungen, die sich im Rahmen der täglichen Routine ergeben mehr als ausreichend sein sollte. Dementsprechend ist „Klinikleitfaden Neurologie“ für die Arbeit im Krankenhaus für Neurologen, aber auch an der Neurologie interessierte Mediziner anderer Fachrichtungen hervorragend geeignet.
    © Neurologienetz 2015

     

     

     

  • Klinische Elektromyographie und Neurographie – Lehrbuch und Atlas

    Stöhr M., Pfister R.
    Kohlhammer Verlag 2014, 6., überarbeitete und erweiterte Auflage, 379 S., 325 Abb., 29 Tab., € 149,99.-

    Das vorliegende Fachbuch aus dem Kohlhammer Verlag ist seit Jahrzehnten das Standardwerk der elektromyo- und neurographischen Diagnostik. Auch die aktuellste Auflage dieses Werkes untermauert diesen Anspruch. Wie in den Vorauflagen umfasst der Inhalt das gesamte Spektrum der elektrophysiologischen Diagnostik, wobei sich hier auch selten durchgeführte Untersuchungen wie die Hochvoltstimulation und die inzwischen zunehmend häufiger durchgeführte autonome Funktionsdiagnostik finden. Das Werk ist in zwei Teile gegliedert: Im allgemeinen Teil werden detailliert die verschiedenen Untersuchungstechniken aufgeführt, und im speziellen Teil ist eine Vielzahl von Krankheitsbildern mit entsprechenden Befunden und Abbildungen aufgeführt, die ergänzend und teilweise differentialdiagnostisch (siehe z.B. Plexus brachialis Parese) erläutert werden.  Hier finden sich auch zentralnervöse Störungen wie z.B. dystone Erkrankungen. Die zahlreichen Abbildungen bieten eine sinnvolle Ergänzung zu den textlichen Ausführungen.
    Wie die Vorauflagen ist auch die aktuelle Version ein hervorragendes Werk, das in keinem Bücherschrank eines Neurologen fehlen sollte!

     

     

     

     

     

     

     


    ©Neurologienetz 2014

  • Praxisbuch Evozierte Potenziale

    Buchner, H.
    Thieme Verlag 2014, 191 S. 114 Abb., € 49,9.-

    Das Praxisbuch "Evozierte Potentiale" ist als zweigeteiltes Werk konzipiert: Im ersten Teil werden die Grundlagen hinsichtlich Anatomie, technischer Einstellungen, Auswertung, Fehlerquellen sowie wichtiger klinischer Befunde dargestellt. Die Ausführungen sind auch für Anfänger dieser Untersuchungstechnik verständlich und vermitteln die wichtigsten Inhalte der EP-Diagnostik. Etwas ausführlicher hätte die Darstellung der Nicht-Standard-Untersuchungen wie z.B. Trigeminus- oder Nervus-cutaneus-femoris-SEPs sein dürfen. Erwähnenswert ist, dass in dem Buch auch die in der niedergelassenen Praxis selten angewandten ereigniskorrelierten Potentiale Eingang gefunden haben. Der zweite Teil des Buches befasst sich mit der klinischen Anwendung, wobei aufgrund der klinischen Relevanz die Krankheitsbilder Multiple Sklerose, spinale Läsionen, Polyneuropathien und Systemdegenerationen aufgeführt werden. Die Kapitel zu Eps bei Kindern und in der Psychiatrie sowie des operativen Monitorings dürften hingegen nur einen Teil der Leser ansprechen. Das Kapitel zur Hirntoddiagnostik dürfte zumindest für die Arbeit von Kliniken eine gewisse Relevanz haben. Im Anhang finden sich - knapp gefasst - die Richtlinien für die Ausbildung und Durchführung sowie Normwerte.

    Als Lektüre zur ersten Auseinandersetzung mit dieser Untersuchungstechnik ist das Werk gut geeignet, wobei man sein Wissen auch durch die Darstellung spezieller Fragestellungen vertiefen kann.
    © Neurologienetz 2015

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

  • Leitlinien Klinische Neurophysiologie

    Bischoff C., Straube A.
    Kohlhammer Verlag 2014, 390 S. € 99,90.-

    Entsprechend seines Titel „Leitlinien Klinische Neurophysiologie“ untergliedert sich das Werk in einen allgemeinen Teil, der die neurophysiologischen Grundlagen und technischen Voraussetzungen darstellt und in einen speziellen Teil, der die Diagnostik bei spezielllen Krankheitsbildern behandelt. Hierbei werden Indikationen und typische Befunde, aber auch Fallstricke beim Untersuchungsgang aufgeführt. Hilfen bei der Strukturierung des Untersuchungsgangs als auch Befundinterpretationen ergänzen die Darstellung sinnvoll. Abschnitte zur autonomen Funktionsdiagnostik und Tremoranalyse fehlen ebenso wenig wie Ausführungen zur Nerven- und Muskelsononlogie. 
    Positiv hervorzuheben sind sowohl die Kapitel zur neurophysiologischen Diagnostik in der Intensivmedizin sowie bei Kindern als auch das übersichtliche, klar gegliederte Kapitel zur Ultraschalldiagnostik.
    Nicht zuletzt dank der klaren Strukturierung und übersichtlichen Darstellung gelingt es den Autoren mit ihrem Buch, dem Leser wertvolle Hilfe bei der Anwendung und dem Verständnis zur elektrophysiologischen Diagnostik zu geben, so dass man dieses Werk als sinnvolle Ergänzung zu der bis jetzt verfügbaren Literatur empfehlen kann. 

     

     

     

     

     

     

     

     

     


    ©Neurologienetz 2014

  • Läsionen peripherer Nerven und radikuläre Syndrome

    Mumenthaler M., Stöhr M., Müller-Vahl H., Tegenthoff M.
    Thieme Verlag, 10. Aufl. 2014, € 169,99.-

    Da dieses Standardwerk der peripheren Neurologie nunmehr bereits in der zehnten Auflage erscheint und wohl eines der wenigen Bücher in der Neurologie ist, um das man als niedergelassener Neurologe nicht herum kommt, mag man eine Rezension vielleicht für überflüssig erachten. Gleichwohl ist positiv hervorzuheben, dass auch diese Auflage inhaltlich mit fundierten Ausführungen, einer ausführlichen Darstellung der Klinik sowie gutem Bildmaterial in Form anatomischer Darstellungen und Befundphotographien glänzt. Das Einbringen der persönlichen klinischen Erfahrung der Autoren steht in ausgewogenem Verhältnis zu den aufgeführten Studien. Auch die Erläuterung kontrovers diskutierter Krankheitsbilder - herausgegriffen sei hier das „algetische Supinatorlogensyndrom" - komplettieren das gelungene Werk zusammen mit der Darstellung der immer wichtiger werdenden Diagnostikverfahren wie z.B. der kernspintomographischen Nerven- und Muskeldarstellung und sonographischen Untersuchungen. Wer die Vorauflage noch nicht sein Eigen nennt, dem sei diese 2014 erschienene Auflage empfohlen.
    ©Neurologienetz 2014

  • Neuro Imaging pocket

    Weidauer S., Stuckrad-Barre S. v.
    Börm Bruckmeier Verlag 2014, 1. Auflage, 368 S., € 24,95.-

    Einführend werden in dem Kitteltaschenbuch die Anatomie des Gehirns inklusive der Gefäße sowie die Grundlagen der neuroradiologischen Diagnostik erläutert. Im Atlasteil finden sich in 13 Kapiteln radiologische Bilder der häufigsten neurologischen Erkrankungen. Auch wenn die Bilder dem Format geschuldet recht klein sind, gelingt es den Autoren dennoch, die Befunde verständlich dazustellen. Hier werden auch wichtige Differentialdiagnosen und Unterscheidungskriterien genannt. In Einzelfällen werden ergänzend klinische Befunde zu den Krankheitsbildern aufgeführt. Das Taschenbuch „Neuro Imaging pocket“ eignet sich gut zum Erlernen der wichtigsten Grundlagen der neuroradiologischen Diagnostik und ist zum Verständnis der Interpretation neuroradiologischer Befunde für klinisch tätige Neurologen sehr hilfreich.
    © Neurologienetz 2014