News aus dem Fachbereich Neurologie

Hätten Sie es gewußt?

- Aufklärungspflicht bei der Verordnung von Topiramat -

Topiramat ist zugelassen zur Behandlung der Epilepsie und Prophylaxe der Migräne.

Die häufigsten Nebenwirkungen sind Parästhesien, verändertes Geschmacksempfinden insbesondere beim Trinken kohlesäurehaltiger Getränke sowie eine Gewichtsabnahme.

Depression als Nebenwirkung und Aufklärungspflicht des Arztes

Zudem kann sich eine depressive Symptomatik entwickeln, die sich meist innerhalb der ersten Wochen zeigt. Diesbezüglich muss von ärztlicher Seite eine entsprechende Aufklärung erfolgen, insbesondere da auch suizidale Gedanken auftreten können. Vor diesem Hintergrund sollte der Patient instruiert werden, daß die Medikation bei Auftreten einer depressiven Symptomatik sofort abzusetzen ist und anschließend erfahrungsgemäß eine rasche Besserung der Beschwerden einsetzt. Besonders wichtig ist eine dementsprechende Aufklärung, wenn Topiramat bei bereits depressiven Patienten zu Anwendung kommt, auch wenn Nebenwirkungen in Form von Depressionen unabhängig von einer vorbestehenden Erkrankung auftreten können.

Kontrazeption und Schwangerschaft – Aufklärung ebenfalls verpflichtend

Patientinnen MÜSSEN laut Fachinformation darüber aufgeklärt werden, daß vor Therapiebeginn eine Schwangerschaft ausgeschlossen sein muss! Zudem ist auch die Aufklärung über die teratogene Wirkung des Präparats sowie das Erfordernis der Anwendung einer hochwirksamen Verhütung während der Therapie mit Topiramat verpflichtend.

Eine Wechselwirkung mit der Pille besteht zwar erst ab einer Tagesdosis von ≥200 mg Topiramat. Allerdings wird in der Gebrauchsinformation einen Wechselwirkung mit oralen Kontrazeptiva ohne Angabe eines Dosiszusammenhangs angegeben, was viele Patientinnen verunsichert und immer wieder dazu führt, daß die Medikation bei unzureichender Aufklärung über diesen Sachverhalt seitens der Patientin erst gar nicht begonnen wird.

Hautreaktionen unter Topiramat

Auch über die Möglichkeit des seltenen Auftretens von Hautreaktionen müssen Patienten aufgeklärt werden.  

Schriftliche Dokumentation der Aufklärung

Um den Nachweis der verpflichtenden Aufklärung führen zu können, sollte diese aus rechtlichen Gründen immer schriftlich dokumentiert werden.

Topiramat Verordnungsplan

Wir haben einen Verordnungsplan für Ihre Patienten entworfen. Dieser beinhaltet eine Aufklärung über oben genannte Punkte. Den Verordnungsplan finden Sie zum Download in unserer Medikamentendatenbank.

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- Aufklärungspflicht bei der Verordnung von Topiramat -

Topiramat ist zugelassen zur Behandlung der Epilepsie und Prophylaxe der Migräne.

Die häufigsten Nebenwirkungen sind Parästhesien, verändertes Geschmacksempfinden insbesondere beim Trinken kohlesäurehaltiger Getränke sowie eine Gewichtsabnahme.

Depression als Nebenwirkung und Aufklärungspflicht des Arztes

Zudem kann sich eine depressive Symptomatik entwickeln, die sich meist innerhalb der ersten Wochen zeigt. Diesbezüglich muss von ärztlicher Seite eine entsprechende Aufklärung erfolgen, insbesondere da auch suizidale Gedanken auftreten können. Vor diesem Hintergrund sollte der Patient instruiert werden, daß die Medikation bei Auftreten einer depressiven Symptomatik sofort abzusetzen ist und anschließend erfahrungsgemäß eine rasche Besserung der Beschwerden einsetzt. Besonders wichtig ist eine dementsprechende Aufklärung, wenn Topiramat bei bereits depressiven Patienten zu Anwendung kommt, auch wenn Nebenwirkungen in Form von Depressionen unabhängig von einer vorbestehenden Erkrankung auftreten können.

Kontrazeption und Schwangerschaft – Aufklärung ebenfalls verpflichtend

Patientinnen MÜSSEN laut Fachinformation darüber aufgeklärt werden, daß vor Therapiebeginn eine Schwangerschaft ausgeschlossen sein muss! Zudem ist auch die Aufklärung über die teratogene Wirkung des Präparats sowie das Erfordernis der Anwendung einer hochwirksamen Verhütung während der Therapie mit Topiramat verpflichtend.

Eine Wechselwirkung mit der Pille besteht zwar erst ab einer Tagesdosis von ≥200 mg Topiramat. Allerdings wird in der Gebrauchsinformation einen Wechselwirkung mit oralen Kontrazeptiva ohne Angabe eines Dosiszusammenhangs angegeben, was viele Patientinnen verunsichert und immer wieder dazu führt, daß die Medikation bei unzureichender Aufklärung über diesen Sachverhalt seitens der Patientin erst gar nicht begonnen wird.

Hautreaktionen unter Topiramat

Auch über die Möglichkeit des seltenen Auftretens von Hautreaktionen müssen Patienten aufgeklärt werden.  

Schriftliche Dokumentation der Aufklärung

Um den Nachweis der verpflichtenden Aufklärung führen zu können, sollte diese aus rechtlichen Gründen immer schriftlich dokumentiert werden.

Topiramat Verordnungsplan

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